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Crowdfunding @Startnext – Danke, Stefanie!

Unsere Meta Morfoß App wurde auf Startnext auch unterstützt von … (Trommelwirbel):

Stefanie!! (Tusch)

Wir sagen ihr über den Dächern von Dresden: DANKE!

Unsere Buch-App für iPads und Android Tablets verbindet die wunderbare Erzählung „Meta Morfoß“ des Schriftstellers Peter Hacks (1928–2003) mit Illustrationen des russischen Illustrators, Animators und Gamedesigners Max Litvinov (aka KClogg).

Das Besondere an der App ist das Format der „Lesequest“. Man liest den Text und sucht darin nach bestimmten Schlüsselwörtern. Wenn man sie antippt, werden die Illustrationen animiert und im Bild wird etwas passieren. So wandert man Stück für Stück durch die Geschichte

In der App kann man zwischen drei Sprachversionen umschalten: Deutsch, Englisch und Russisch.

Nachdem unser App-Prototyp fertig war, haben wir mit einer Crowdfunding-Kampagne im Frühjahr 2014 auf Startnext 16.000 Euro eingesammelt, mit denen wir die App fertig stellen und zu Weihnachten 2014 in die Online-Stores bringen wollen.

Unsere Crowdfunding-Kampagne ist beendet!

opensourceway@flickr CC BY-SA 2.0 http://tr.im/5lnhs
opensourceway@flickr CC BY-SA 2.0

Liebe Daktylos Media Freunde,
unsere Crowdfunding-Kampagne ist beendet – wir haben die magischen 16.000,00 eingesammelt. Wir danken allen, die mit uns gehen und uns unterstützt haben, von ganzem Herzen – ihr seid toll! Der größte Teil der Summe ist ein privates Darlehen. Wie auch immer, nun haben wir die Summe zusammen, die wir für die Fertigstellung der Meta Morfoß App brauchen.
Wie geht es weiter? Wir werden uns in die Arbeit stürzen und hoffen sehr, dass die App zu Weihnachten 2014 bei iTunes und bei Google Play erhältlich sein wird.
Zum Herbst hin werden wir alle Kräfte bündeln und das Marketing für Meta Morfoß vorantreiben. Als nächsten Schritt planen wir Kreativpiloten zu werden http://kultur-kreativpiloten.de/ – wer, wenn nicht wir, oder?
Wir halten euch auf dem Laufenden, hier, bei Twitter, bei Startnext und im Daktylos Media Blog. Nicht vergessen – die Aktion #MetaCrowdhttp://tr.im/5lnhw läuft weiter, also: Schickt uns eure Geschichten! Außerdem wird es bald wieder ein spannendes Interview geben, zum Thema iPads in der Schule. Demnächst mehr …

Daktylos Media und ihre Lesequest bei Emilia und die Detektive

DaktylosMedia
Emilia und die Detektive: Lovely People & 5 Questions – Daktylos Media und ihre Lesequest
Daktylos Media trifft auf Emilia und die Detektive: Wir haben mit Meta an der Hand Emilias fünf berühmte Fragen beantwortet – viel Spaß beim Lesen!

Die DIY-Bloggerin schreibt über uns: “Da ich selber ein Freund von elektronischen Geräten bin und meine Kinder damit aufwachsen, was ich auch bewusst, aber begrenzt zulasse, war ich von Daktylos Media’s Idee sehr angetan, dass man ein Buch/eine Geschichte auf dem iPad spielerisch und aktiv lesen kann”.

Lesequests und Elternpaare als Gründer – Interview mit Anna und Nick von Daktylos Media (Blog Essential Unfairness)

Ich habe mich in den letzten Tagen ein paar Mal mit Anna von Daktylos Media unterhalten. Anna hat zusammen mit ihrem Mann vor kurzem einen Verlag für Kinderbuch-Apps gegründet. Aktuell haben die beiden eine Crowdfunding-Kampagne für ihr erstes Projekt bei Startnext.

Du hast letztes Jahr zusammen mit Deinem Mann Daktylos Media gegründet. Ich lese immer häufiger von Start-Ups im Familienbereich, wo sich die Eltern zusammen selbstständig machen. Um ehrlich zu sein beneide ich das ein wenig. :-) Wie ist es bei Euch zu diesem Entschluss gekommen?

Bis 2011 haben wir in Moskau gelebt. Dort habe ich die Internetredaktion für das Russland-Portal des Goethe-Instituts geleitet. Nick war Leiter des Projektmanagements in einem bekannten Architekturbüro. Die Idee, ein gemeinsames Projekt für Kinder und Familien aufzuziehen, lockte uns schon lange. Als dann unser drittes Kind unterwegs war, beschlossen wir die nächsten Jahre in Deutschland zu leben. Nick wollte gern etwas Neues, Eigenes machen, aber als selbständiger Berater für Immobilienentwicklung einzusteigen, war schwierig. Ich arbeite seit dem Umzug freiberuflich als Projektkoordinatorin, Übersetzerin und Autorin, war aber auf der Suche nach einer eigenen Idee, einem eigenen Projekt. Während meines Studiums hatte ich in Verlagen mitgearbeitet, was mir unheimlich viel Spaß machte, aber mit unserer Familiensituation sah ich da beruflich keine Chance. Nach einem Coaching im letzten Sommer kristallisierte sich dann die Idee heraus, interaktive Kinderbücher für mobile Geräte zu machen. Nick war begeistert von der Idee, einen solchen Verlag zu gründen, und stieg sofort mit ein.

Und wie klappt das Modell “Parentrepeneur” in der Praxis? Bin ich zu recht neidisch?

Zurzeit haben wir keinerlei Freizeit, auch an den Wochenenden arbeitet immer einer von uns, so gut sich das eben mit der Familie vereinbaren lässt. Aber wir machen etwas, was uns begeistert. Unsere Kinder spüren das und haben wirklich viel Verständnis. Wir arbeiten als Partner zusammen, täglich erkennen und erleben wir die Stärken des anderen und ergänzen uns wunderbar. Wir haben jeden Tag Sex, sobald die Kinder weg sind. Private Zeit zu zweit haben wir in dieser heißen Phase – der Finanzierungsphase unserer Crowdfunding-Kampagne für unsere erste App – so gut wie nicht. Wir meistern alles mit dem berühmten Eltern-Mantra: „Es ist alles nur eine Phase!“ Und mit ein bisschen Hilfe des Universums werden unsere Kinder nicht krank und läuft es bei dem Großen in der Schule einigermaßen von allein. Es ist noch nicht klar, wann wir Geldsäcke stapeln werden. Neidisch sein? Es kommt darauf an, wie man seine Prioritäten setzt.

Euer aktuelles Projekt ist eine interaktive App für Tablets, die sich an Kinder ab acht Jahren richtet. Meine Mädels sind allesamt schon ziemlich iPad-affin – sie bevorzugen jedoch meist kleine Anzieh- oder Malspiele. Was bietet “Meta Morfoß”, um Kinder in den Bann zu ziehen?

Meta prototypscreen

Die App macht spielerisch aufs Lesen neugierig. Wir haben ein besonderes Format entwickelt, die „Lesequest“. Man liest den Text und findet darin Schlüsselwörter. Wenn man diese antippt, werden die Illustrationen animiert und es passiert etwas im Bild. So kommt man in der Geschichte weiter. Die gesuchten Wörter kann man sich im Menü auch anzeigen lassen. Der Prototyp ist fertig und wir sehen, dass Kinder auf die farbenfrohen, ungewöhnlichen Zeichnungen unserer App anspringen. Unsere Kinder lieben die wunderbaren Erzählungen von Peter Hacks für Kinder. Meta Morfoß ist eine davon. Unser Sohn (10) hat sie verschlungen und über den Prototyp mehrmals wieder gelesen. Unsere erste Tochter – sechsjähriges Vorschulkind – spielt auch oft damit. Sie findet schon die Schlüsselwörter im Text und schaut sich darüber immer wieder gern die animierten Bilder an.

In einem Satz – worum geht es in der App?

In der Geschichte geht es um Meta Morfoß, ein Mädchen, das mit der Fähigkeit auf die Welt gekommen ist, sich in alles Mögliche verwandeln zu können.

An sich geht es darum, für Kinder Lesespaß und Technikfaszination zu verbinden.

Eure App soll eine Lücke im App Store schließen – obwohl es heutzutage ziemlich schwer ist, da noch eine Lücke zu finden. Wie unterscheidet Meta Morfoß sich von anderen Apps für Kinder?

Wenn man sich anschaut, was es bisher in den Stores an Lesestoff für Kinder auf dem Tablet gibt, dann sind das entweder E-Books oder Buch-Apps. E-Books sind technisch gesehen nicht wirklich neue Formate, es sind Bücher mit Beleuchtung, die nicht mehr in der Wohnung herumliegen. Unter den E-Books gibt es inzwischen auch viele schöne mit animierten Illustrationen, aber erstens lenken diese die Kinder, die dann nur noch mit Tippen und Wischen beschäftigt sind, vom Text ab, und zweitens sind diese enhanced Varianten meistens nur für Kinder im Kleinkind- oder Vorschulalter gedacht – für Kinder im Lesealter, so zwischen sechs und zwölf Jahren, gibt es auf Deutsch keine interaktiven Bücher. Was die Buch-Apps angeht, so sind darunter viele, die sich so nennen, aber die sich oft als reine Spiele herausstellen – das Lesen spielt keine Rolle mehr – und deren inhaltliche und gestalterische Qualität in unseren Augen schlecht ist. Spiele auf dem Tablet an sich sind gut, manchmal sind sie die einzige Rettung für die Eltern, wenn man einfach mal eine Verschnaufpause braucht. Aber zwischen dem Spielen und dem Lesen gibt es noch keine echte Brücke. Die schlagen wir mit dem Lesequest-Format, das ist neu und weltweit einmalig. Außerdem ist die App mehrsprachig, man kann in ihr zwischen Deutsch, Englisch und Russisch umschalten.

Ihr habt einige spannende Design-Entscheidungen getroffen, wie zum Beispiel den Verzicht auf gängige “Geschlechterklischees”. Auch der Stil der Illustrationen ist etwas Besonderes. Wie seid Ihr zu diesen “Design Choices” gekommen?

Zum einen spielt die Geschichte ja selbst permanent mit Geschlechterklischees und sozialen Normierungen. Meta ist kein „normales“ Mädchen, sie nimmt jeweils die Identität an, auf die sie gerade Lust hat, egal, ob das nun eine Wollsocke, ein Krokodil, Albert Einstein oder ein Engel ist, und egal, ob sie gerade in der Schule sitzen muss oder draußen spazieren geht. Außerdem gehört zu ihrer Familie noch eine Tante namens Herr Maffrodit (in Anspielung an Ovids berühmte Erzählung über den Hermaphroditen), die einen Schnurrbart hat und gerne strickt. Für so eine Geschichte brauchen wir Bilder, die dieses ironische Spiel mit dem Text widerspiegeln. Blonde Feen in Rosa oder knuffige Piraten passen dazu nicht. Bei der Auswahl des Illustrators war für uns nicht aussschlaggebend, ob er oder sie bereits Erfahrung mit der Illustration für Kindermedien hatte. Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl war die Originalität der Zeichnungen und Farbgebung, ungewöhnlich sollten sie sein – und uns selbst natürlich gefallen. Außerdem wollen wir Kindern etwas Neues anbieten, sie anregen und ihren Geschmack mit entwickeln, was Inhalte und Gestaltung angeht.

Für alle Geeks unter meinen Lesern: Plant Ihr auch andere Plattformen wie Android zukünftig zu nutzen?

Unseren Prototyp haben wir für iOS programmieren lassen. Für Android werden wird eine eigene Version der fertigen App programmieren lassen. Die Meta Morfoß App wird man also im AppStore, bei Google Play und bei Amazon kaufen können.

Damit die App aber überhaupt realisiert werden kann, brauchen wir jetzt die Unterstützung der Crowd, also wirklich jeden! Wir haben noch 26 Tage Zeit. Jede noch so kleine Summe, die jetzt gespendet wird, hilft dabei, unser weltweit einzigartiges Projekt realisieren zu können.

Danke für das Gespräch, Anna!

Und hier der Link zur Kampagne: http://www.startnext.de/meta-morfoss-app

Interview: Stefan Epler

Zuerst erschienen am 26. März 2014 im Blog Essential Unfairness

Interview mit smart-digits.com

Meta Morfoss (c) Daktylos Media
Meta Morfoss (c) Daktylos Media

Crowdfunding boomt mittlerweile auch in Deutschland. Wie wir bereits in unserem letzten Beitrag zum Thema beschrieben haben, mehren sich erfolgreiche Projekte. So z.B. aktuell das Buch “Das neue Spiel” von Michael Seemann, das über 20 T€ einsammeln konnte, oder auch die Finanzierungsrunde des eBook-Startups readfy. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, einige weitere schöne Projekte vorzustellen, die in diesen Wochen ihr Funding beginnen. Ein Kinder-App-Projekt der ganz besonderen Art will Daktylos Media mit “Meta Morfoß” realisieren:

Das junge Unternehmen aus Dresden erfindet neue Formate für Buch-Apps: Die “Lesequest” ist eine Mischung aus E-Book und interaktivem Suchspiel. Die Leserin oder der Leser animieren die Illustrationen, indem sie die Schlüsselwörter auf jeder Seite der Erzählung finden und antippen. So sollen die Animationen nicht vom Lesen ablenken, sondern dazu motivieren. Das erste Projekt dieser Art soll eine App-Version des Kinderbuchs Meta Morfoß von Peter Hacks werden – das Crowdfunding dazu hat gerade auf Startnext begonnen.

Wir haben uns mit Anna Burck und Nikolay Barabanov von Daktylos Media über ihren Ansatz unterhalten:

Ihr seid ein junges Unternehmen im Bereich Kindermedien. Was hat euch zu eurer Beschäftigung mit diesem Thema gebracht?

Anna: Wir beobachten, wie unsere Kinder auf Computer, Smartphones und Tablets “abfahren”. Wir haben überlegt, wie wir diesen Spaß an der Technik mit dem Lesen als elementarer Kulturtechnik verbinden können. Deswegen haben wir einen Verlag für interaktive Kinderbücher gegründet.

Nick: Die neuen Technologien selbst haben keinen Inhalt in dem Sinne, dass sie gut oder schlecht sind, sie sind einfach ein Instrument. Wir möchten die Möglichkeiten dieses neuen Instruments für den kulturellen Bereich nutzen.

Interaktive Kindermedien sind ja ein Boom-Thema, seitdem iPads und andere Tablets die deutschen Wohnzimmer erobern. Wo seht ihr die Nische für eure Produkte? Was ist das besondere an eurer Idee der „Lesequests“ als neues App-Format?

Anna: Wir haben in den App Stores nach guten Buch-Apps gesucht und uns fiel auf, dass es da im Vergleich zum Spieleangebot sehr wenig Angebote gibt. Viele Apps, die sich “Buch” nennen, sind eher Spiele, das Lesen tritt in den Hintergrund. Schöne enhanced E-Books für Kinder, vor allem Bilderbücher mit animierten Illustrationen, gibt es natürlich inzwischen viele, aber oft sprechen sie eher jüngere Kinder an, denen man vorliest. Mit unserem Ansatz wollen wir etwas bieten für Kinder im Lesealter, das gute Literatur mit originellen Illustrationen und tollem Design verbindet und auf Mehrsprachigkeit ausgelegt ist.

Nick: Unter den digitalen Büchern gibt es zum einen E-Books in Verbindung mit den Lesegeräten, und zum anderen Buch-Apps für Tablets. Im ersten Fall bietet der Markt Lektüre, aber technologisch gesehen ist es der Schritt von den Tontafeln zum Papyrus. Im zweiten Fall bietet der Markt Spiele – das ist so, als ob man aus Goethes gesammelten Werken Origami faltet. In den Lesequests, wie wir unser App-Format nennen, gibt es keine Spiele, kein Puzzle, nichts zum Ausmalen. Das Besondere ist, dass die Bilder erst über das Lesen, über die Interaktion mit Schlüsselwörtern, animiert werden. Man sucht im Text diese Schlüsselwörter, die zur Ausgangsszene auf der Illustration passen, und wenn man sie antippt, passiert im Bild etwas. Erst wenn man eine Seite aufmerksam gelesen und alle Schlüsselwörter gefunden hat, geht es in der Geschichte weiter.

Eure jüngste App wollt ihr als Crowdfunding-Projekt realisieren. Warum habt ihr euch dafür entschieden? Worin seht ihr die Vorteile gegenüber anderen Finanzierungsformen?

Anna: Es ist unser erstes Projekt, für das wir auch versuchen auf die klassische Art einen Bankkredit zu bekommen, aber die Aussichten darauf sind begrenzt. Crowdfunding erscheint uns da als ideale Finanzierungsmöglichkeit. Die Risiken gehen hier für alle Beteiligten gegen Null und man ist unabhängig von Kreditgebern und frei von den daran geknüpften Bedingungen.

Nick: Crowdfunding erscheint uns daneben als optimaler Weg, Menschen zu erreichen, die wie wir das Lesen lieben und in den neuen Technologien eine Bereicherung für das Leben sehen, und für die, für die Solidarität ein fruchtbares Beziehungsmodell ist.

(c) Daktylos Media
(c) Daktylos Media

Bei Kindermedien für Tablets und Smartphones gibt es genauso die Skeptiker wie die Befürworter, was didaktischen Wert und kindgerechte Mediennutzung angeht. Was würdet Ihr skeptischen Eltern gerne mit auf den Weg geben?

Anna: Skepsis in unserer konsumorientierten Welt ist nicht schlecht. Man sollte sich aber beim Umgang mit Medien nicht von seinen Ängsten leiten lassen, sondern von seinem Vertrauen zu sich und seinem Kind. Man sollte Inhalte, egal welcher Medien, zusammen auswählen und darüber sprechen. Wenn man die Mediennutzung bewusst in den Alltag mit einplant wie andere Dinge auch, sollten irrationale Ängste verschwinden. Und schön ist natürlich, wenn Eltern mit ihren Kindern zusammen Filme schauen, Apps ausprobieren, sich gegenseitig vorlesen. In unserem Daktylos Media Blog rezensieren wir ja auch Kinderbücher und gute Buch-Apps, da können skeptische Eltern reinschauen und sich Anregungen holen.

Nick: Wir möchten wie alle Eltern, dass unsere Kinder gesund und glücklich aufwachsen. Und nur das sollte das Kriterium für die Bewertung von etwas als “nützlich” oder “schädlich” sein. Wenn man die neuen Technologien für die Entwicklung der Kinder nicht nutzt, nimmt man ihnen einen Teil der Möglichkeit, die unbegrenzte Vielfalt unserer Welt zu erfahren.

Детские приложения в немецком iTunes App-Store: Много игр и мало чтения
Детские приложения в немецком iTunes App-Store: Много игр и мало чтения

Mobile Apps sind wohl einer der dynamischsten und innovativsten Bereiche in der aktuellen Medienentwicklung. Wo sehr ihr wichtige Trends, die für euer Thema von Bedeutung sind?

Anna: Beim momentanen Stand der Basistechnologien können wir unsere Ideen mit nativen Apps am besten umsetzen. Ich bin aber sehr gespannt auf die Tigercreate Software, die in diesem Frühjahr herauskommen soll. Daneben sehen wir für die Zukunft auch großes Potential im systematischen Einsatz von Tablets im Schulalltag, aber ganz viel hängt natürlich auch von der Bildungspolitik ab.

Nick: Das Wichtigste ist die Verbreitung und die Erschwinglichkeit der Tablets als Basis für eine breite Verfügbarkeit. Dann ist wichtig, dass die mobilen Netze der neuen Generation kommen, die es möglich machen, bequem große Datenmengen zu übertragen. Gerade Deutschland ist hier noch Entwicklungsland.

Daneben beobachten wir mit Interesse die Versuche und die ersten Ergebnisse, faire Technologieprodukte zu entwickeln, zum Beispiel das Fairphone-Projekt, oder neue Finanzierungsmodelle für Content-Produktion zu schaffen.Wir denken für unsere Produkte darüber nach, einen Mechanismus zu entwickeln, mit dem ein App auch “second hand” genutzt werden kann, dass es also von den Nutzer*innen nach Gebrauch weiterverkauft werden kann.


Anna Burck (c) Daktylos Media
Anna Burck (c) Daktylos Media

Anna Burck ist bei Daktylos Media zuständig für Programmleitung und Redaktion, Marketing und Pressearbeit, Rechte und Lizenzen. Während ihres Studiums der Neueren deutschen Literatur und Russistik in Berlin und Moskau hat sie in Verlagen mitgearbeitet. Danach leitete sie in der internationalen Kulturarbeit Projekte im Bereich Online-Redaktion und Internetmarketing. Zurzeit arbeitet sie freiberuflich als Redakteurin, Autorin und Übersetzerin.

Nick Barabanov (c) Daktylos Media
Nick Barabanov (c) Daktylos Media

Nikolay Barabanov ist bei Daktylos Media zuständig für Projektmanagement, technische Koordination, Teamleitung und Vertrieb. Nikolay hat in St. Petersburg Architektur studiert und viele Jahre als Architekt und als Direktor für Projektmanagement in einem bekannten Moskauer Architekturbüro gearbeitet.

Gepostet von am FEB 18, 2014 mit Smart-digits.com

Mit wem wir arbeiten. Teil 1: Der Illustrator

Nachdem wir geklärt hatten, welchen Text wir für die App nehmen wollen, und uns für Meta Morfoß von Peter Hacks entschieden haben, kam die Frage: Wie sollen die Illustrationen dazu aussehen? Eine klare Struktur der App hatten wir noch nicht vor Augen, aber es war natürlich klar, dass dieses Buch Bilder haben sollte. Und wir begannen zu suchen. Die Website illustrators.ru ist eine wunderbare Ressource, hier kann man die Suchparameter einstellen, beispielsweise dafür, dass jemand mit Vektorgrafik arbeiten soll oder eine bestimmte Technik oder einen bestimmten Stil verwendet. Ebenso haben wir andere Portfolio-Ressourcen genutzt – eine gute Adresse ist da auch behance.net.

Nach einem Illustrator für ein Buch zu suchen ist eigentlich so, als ob man einen Anwalt, Babysitter oder Zahnarzt auswählt – man muss Vertrauen haben. Wir fanden ungefähr 10 Illustratorinnen und Illustratoren, die in die Auswahl kamen. Wir überlegten zuerst, eine Ausschreibung zu machen. Aber als wir dann zu zweit am Computer saßen und in den Bildern “blätterten”, trafen wir die Entscheidung sofort, wir lagen auf einer Wellenlänge. Und eigentlich ohne große Erörterungen sagten wir fast einstimmig: Neeee, das ist nicht das Richtige. Oder: Na guuut, lass es uns später noch mal anschauen. So siebten wir immer weiter aus und legten das Ausgesiebte beiseite, bis nur noch einer übrig blieb: Maxim Litvinov aka Кclogg.

(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg

Parallel arbeiteten wir an der Grundidee und -struktur der App. So erschienen auf jeder Seite (auf jedem Screen) die Illustrationen und wurden mit dem Text zu einem interaktiven Mechanismus verbunden.

Wir hatten noch kein Storyboard, wir lasen von neuem Hacks’ Text und schauten uns immer wieder Maxims Portfolio an, es blieb kein Zweifel mehr. Zwischendurch sagten wir uns: “Stell dir vor, wie er den Lehrer Dr. Pauli zeichnen wird!” Oder: “Schau mal, so sollte Meta aussehen!”

Jetzt wissen wir, dass die Illustrationen in der gemeinsamen Arbeit entstehen. Während wir mit Maxim am Prototypen arbeiteten, testeten wir den Zugang zueinander aus – wir suchten nach einer gemeinsamen Sprache, einer gemeinsamen Welle, versuchten zwei Vorstellungen miteinander zu vereinbaren, unsere Idee mit seinen schöpferischen Impulsen.

Dass wir über die Entfernung mit unseren Mitarbeitern arbeiten, also nicht direkt miteinander kommunizieren können, hat seine Vorteile. Wir laden Freiberuflerinnen und Freiberufler ein, die am besten zu unserem Projekt passen.

Meta Morfoss sketch (c) Daktylos Media
Meta Morfoss sketch (c) Daktylos Media

An einigen Figuren haben wir lange gesessen, es hat gedauert, bis Meta oder Herr Maffrodit, die Tante, ihre endgültige Form bekommen haben. Aber der Müllfahrer Karsunke und der Lehrer Dr. Pauli sind an einem Tag entstanden. Da wir einen bestimmten Stil, die 1970er Jahre, in die App bringen wollen, haben wir viel Zeit damit verbracht, die passende Mode für unsere Figuren zu finden.

Vor uns liegt noch viel Arbeit. Bisher haben wir für den Prototyp zwei funktionierende Screens (von zwanzig) erstellt. Also, ran an die Arbeit! Und wünscht uns Erfolg!!

Vorbereitung zum Crowdfunding (Daktylos MediaBloopers)

Im Februar dieses Jahres starten wir eine Crowdfunding-Kampagne auf der deutschen Plattform Startnext.de für unser erstes Lesequest: das Meta Morfoß App.

Um darüber die finanziellen Mittel zusammen zu bekommen, bereiten wir jetzt unser Pitch Video vor, in dem wir über uns, unser Projekt und die Geschenke für unsere Unterstützer erzählen.
Und hier ist schon einmal ein vorläufiges Geschenk für euch …

Unser Blooper-Bonus zum Startnext.de Pitch Video Kameramann (der geduldigste der Welt): readymedia / Andreas Fertig

Kulturpropaganda (#HerrMaffrodit)

„Die Zerrüttung fängt nicht in den Toiletten an, sondern in den Köpfen“ – so brachte Professor Preobrashenski in Bulgakows Erzählung Hundeherz die sozialen Erschütterungen und Umwälzungen auf den Punkt. Die russische Gesellschaft versucht heute über die Normierung von Geschlechterrollen Identität zu stiften und findet dafür manchmal nicht nur in Bezug auf Homosexualität an den überraschendsten Stellen einen Aufhänger.

Was hat das mit einer Erzählung für Kinder aus der DDR zu tun, die der Schriftsteller Peter Hacks vor 40 Jahren schrieb? Wie sich für uns herausstellte, kann man das Thema der Metamorphose oder auch der Metamorphosen sehr weitläufig interpretieren. Man muss nur einmal eine entsprechende Untersuchung durchführen und wird merken, dass die Hälfte des kulturellen Erbes nicht den heutigen Moralvorstellungen entspricht. Und was kann denn amoralischer sein als diese ganzen heidnischen Abscheulichkeiten der Antike? Nicht nur, dass man sich damals nicht auf „traditionelle“ sexuelle Beziehungen beschränkte, nein – dort gab es solche Abweichungen, dass einem die Haare zu Berge stehen. Und Ovid hat eine Sammlung aller möglichen solcher Abweichungen erstellt.

All das im Kopf zusammen mit der fehlenden klassischen Bildung (im wahrsten Sinne dieses Wortes) und noch multipliziert mit den neuen gesetzgeberischen Initiativen, ausgehend von den Ufern der Newa, führt eben zur Zerrüttung in den Köpfen. Und dabei passiert das in frischen und jungen Köpfen, wo man noch wenig Vorstrukturiertes erwarten würde.

Drawing of parts of the human brain by Leonardo da Vinci wikimedia commons
Drawing of parts of the human
brain by Leonardo da Vinci wikimedia commons

Die andere Wirklichkeit holte uns da ein, wo wir überhaupt nicht damit gerechnet hatten: bei der Aufstellung des Budgets! Wir machten uns ans Rechnen und bereiteten Anfragen vor, um bei russischen Programmierern – Freelancern und Firmen – Angebote einzuholen. Fürs bessere Verständnis schrieben wir ein Storyboard für die Meta Morfoß App, in dem die ganze Geschichte Seite für Seite aufgeteilt ist und alle Szenen und handelnden Figuren genau beschrieben und benannt sind.

In der Erzählung hat das Mädchen Meta, die Hauptperson, eine Tante namens Maffrodit. Herr Maffrodit. Diese strickt gern und hat einen Schnurrbart. Wir hätten wohl auf der Hut sein sollen, aber wir hatten einfach Spaß und sprachen über das feine Spiel mit den Bedeutungen und Hacks’ Phantasie. Nachdem wir fünf Anfragen versendet hatten, warteten wir. Und es dauerte nicht lang: „Hallo Nick! Wir haben alles gelesen. Wir sind absolut intolerant gegen Hermaphroditen und ähnliches, niemand im Team will etwas mit so einem Projekt zu tun haben …“

Mosaic of Hermaphroditus, North Africa, Roman period, 2nd-3rd century AD wikimedia commons
Mosaic of Hermaphroditus, North Africa, Roman period,
2nd-3rd century AD wikimedia commons

Wenn Hermes und Aphrodite gewusst hätten, dass ein Petersburger Team von App-Programmierern ihrem Sohn gegenüber intolerant ist – welch schreckliches Schicksal hätte diese wohl ereilt? Und solche „Kenner“ der antiken Mythologie gibt es in Russland viele.

Ist es wirklich möglich, dass ein interaktives Buch über Meta Morfoß, die sich in alles Mögliche verwandeln kann, für verwerflich gehalten wird?