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#MetaCrowd: Mädchen mit phantastischen Möglichkeiten

Eine unserer treuesten und begeistertsten Fans ist Gesine Reinicke aka @textgruen. Für unsere #MetaCrowd-Aktion hat sie, die in Westberlin aufgewachsen ist und die deutsche Teilung hautnah miterlebt hat, nun diese – wie sie uns schrieb – „wahlverwandte Annäherung“ an Meta Morfoß und deren Hacks-Geschwister unternommen.

Meta hätte ich gerne viel früher gekannt

Peter Hacks war mir schon als Kind ein Begriff, doch Meta Morfoß kannte ich – leider – nicht. Bis ich über Twitter das faszinierende Lesequest-App-Projekt von Daktylos Media entdeckte und zur #MetaCrowd gestoßen bin.
Hacks begegnete mir unvergesslich schon zu Beginn meiner Karriere als Leserin. Eine wilde Geschichte, eine ziemlich böse „Parafabel“, zwischen dunkelgrünen Deckeln eines besonderen Bilderbuchs: Der Bär auf dem Försterball, illustriert mit den klaren, kindgerechten, zum Cartoon hin tendierenden Bildern, die Walter Schmögner für die (West)-Bilderbuchausgabe schuf. Sie gehören für mich fast untrennbar zur Geschichte – darum freut mich die Neuauflage des Buches im Eulenspiegel-Verlag besonders.

Ich bin fast sicher, dass es mein Vater war, der damals das Bilderbuch für uns Kinder kurz nach dem Erscheinen im Middelhauve Verlag 1972 erworben hat. Denn ich bin ganz sicher, dass er mit dem Namen Peter Hacks vertraut war. Die geteilte deutsche Literatur interessierte ihn. Und Hacks war in mehreren Hinsichten ein Grenzgänger wie mein Vater. Beide hatten sie mit einem Schritt über die innerdeutsche Grenze eine Lebensentscheidung getroffen – Hacks 1955, mein Vater 1956, allerdings aus unterschiedlichen Gründen in jeweils umgekehrter Richtung.

„Wozu die Flinten?“ rief der junge Förster. „Wir wollen dich doch schießen“, antworteten sie, „du bist doch der Bär.“ – „Ihr versteht überhaupt nichts von Bären“, sagte der Bär. Illustration des Bilderbuchs Peter Hacks: Der Bär auf dem Försterball. Middelhauve 1972
„Wozu die Flinten?“ rief der junge Förster. „Wir wollen dich doch schießen“, antworteten sie, „du bist doch der Bär.“ – „Ihr versteht überhaupt nichts von Bären“, sagte der Bär.
Illustration des Bilderbuchs Peter Hacks: Der Bär auf dem Försterball. Middelhauve 1972.
Neu aufgelegt vom Eulenspiegel Verlag 2004.

Kindliche Wahrnehmung von Benimmregeln im geteilten Deutschland – Vorbereitung auf Leseabenteuer

Die 1970er als Inselkind in Berlin verbracht, das bedeutete für mich bei Familienreisen zu Vaters Verwandten jenseits der Mauer stets besonders bewusstes Erleben von Grenzgängen, Passagen zwischen Selbst- und Fremd-Kontrollroutinen vor einem emotional beunruhigenden Hintergrund von Halbverstandenem und Unausprechlichem beim Übergang von einem System in ein anderes. Während der oft üppigen Wartezeiten wuchs die Spannung im Auto, deutlich spürbar die Angst der Eltern, etwas falsch zu machen. Regeln und Rituale voller Rätsel und unausgesprochener Zusammenhänge. Zu ahnen in verbalen und nonverbalen Windungen der Erwachsenen gegenüber den Uniformierten und ebenso jener Uniformierten im Umgang mit uns, den korrekt zu Kontrollierenden. Ich lernte, indem ich beobachtete und versuchte, die Masken zu lesen. Bis heute fällt es mir schwer zu benennen, was genau ich lernte …

Warum fang ich davon an? Weil ich glaube, dass mich leibhaftiges Erleben geprägt, früh meine „Antennen“ für Nuancen, Unter- und Zwischentöne von Kommunikation geschärft hat. Ich stürzte mich früh in Sprach- und Leseabenteuer aller Art, entdeckte fasziniert, wie immer neue Welten, Ideen und Werkzeuge zum Denken sich lesend erschließen – und dass das „Wie“ eines Textes entscheidenden Einfluß hat auf die Plausibilität und das Faszinationspotenzial des „Was“, dass im besten Falle die Textgestalt und die Inhalte einander bedingen. Ich lernte Gesten, Mienen, Sprachäußerungen und literarische Bildwelten immer auch als Platzhalter, Masken und Metaphern des Eigentlichen zu begreifen, abzuklopfen auf ihren möglichen Hintersinn, und Irritationen, „Störungen“ und „schräge“ Töne zu goutieren – als Saat konstruktiven Zweifelns.

Abfertigung der Tansitreisenden und der in die Südbezirke der DDR reisenden Westberliner Bürger am Grenzübergang Drewitz-Dreilinden. Foto: Bundesarchiv Bild 183-L0331-0007
Abfertigung der Tansitreisenden und der in die Südbezirke der DDR reisenden Westberliner Bürger am Grenzübergang Drewitz-Dreilinden.
Foto: Bundesarchiv Bild 183-L0331-0007

Solch wertvolles Saatgut sammle ich heute noch – beispielsweise mit den Worten über den Himmel, die Peter Hacks seiner Meta in den Mund legt, als diese sich nach dem Vorwurf des Lehrers, sie sei albern gewesen, mitten im Unterricht in Albert Einstein verwandelt:

Meine hochverehrten Damen und Herren. Alle Sterne drehen sich um аllе Sterne. Es gibt große und kleine Sterne, helle und dunkle, wichtigere und weniger wichtige, aber es ist keiner unter ihnen, auf den es nicht ankommt. Jeder Stern hat ein bisschen Recht. Und was wir Menschen von den Sternen lernen können, ist, wie nett sie, obgleich jeder ein bisschen Recht hat, sich am Ende miteinander geeinigt haben. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Leben und Lesen gehören für mich untrennbar zusammen: Reflexion über Intentionen und Gestaltungselemente von Kommunikationsakten sensibilisiert für differenzierte Text-Analyse und -Gestaltung ebenso wie für kritische Welt- und Selbst-Befragung.

Hacks’ Tücke des Subjekts – Authentische, kreative Selbstentfaltung jenseits von Systemfragen

Hacks’ Förster repräsentierten für mich eine „uniformierte Ordnungsmacht“, die mich als Kind um den Bären bis zuletzt fürchten ließ. Denn obwohl der Bär den Förstern überlegen scheint – unklar ist, ob er sich selbst treu bleiben kann, als die Gruppe ihn zum ‘Bestimmer’ macht. Hacks’ Parabel über die Problematik von Gruppendynamiken, die Hierarchiedenken unterliegen, half mir, Zweifel als Werkzeuge zu erkennen. Der übermütige Bär provozierte Nachdenklichkeit.

Die Handlung rund um Meta Morfoß aber ermutigt (sie und die Lesenden) dazu, sich nicht durch Selbstzweifel vom Ausloten der eigenen Möglichkeiten abhalten zu lassen. Dazu trägt eine im Vergleich zu den Förstern deutlich verständigere Ordnungsmacht bei, „der Müllmann, Herr Karsunke“. Im Gespräch der Erwachsenen über Meta und ihre Verwandlungen meint er, er habe nichts gegen Krokodile und Engel:

„Ich verlange nur eins: dass sie sich endlich entscheidet, wer sie sein will, damit man sich daran gewöhnen kann.“
„Wir haben uns auch so daran gewöhnt“, sagte Herr Morfoß.
„Es ist doch ganz klar, wer sie ist“, sagte Frau Morfoß. „Sie ist doch die Meta.“

Sollte sich Meta Morfoß irgendwann einmal in einen Bären verwandeln, der sich als Förster verkleidet, vielleicht fände ein ganz neuer, anderer Försterball statt?

Phantasievolle Zeitreisen

Heutigen Kindern jedenfalls wünsche ich nachhaltige Begegnungen mit Meta und gern (vielleicht etwas später…) auch mit dem „Bär auf dem Försterball“: Hacks’ kindgerecht gewitzte Literatur verführt neugierige und neugierig gebliebene Entdecker*innen dank klarer Sprache, die bildkräftige Phantasie aus tiefen Gedankenquellen sprudeln lässt.

Die Jüngeren, die in diesem vereinten, aber nicht durchweg einigen Deutschland aufwachsen, könnten im Austausch mit den Älteren neue Details entdecken und umgekehrt. Meta-nautische Expeditionsteams könnten Perspektiven vergleichen und bereden, gar gemeinsam auf „Zeitreise“ gehen – um sich selbst und einander neu und klarer zu sehen und verstehen.

Gesine Reinicke https://twitter.com/textgruen
Gesine Reinicke @textgruen

(Mit ganz herzlichem Dank an Anna Burck für die Würze in der Kürze!)

#MetaCrowd: „Wenn ich es mir ganz fest vornehme, kann ich fliegen“

Julia Fertig hat als Kind gespürt, dass man sich wie Meta Morfoß in alles verwandeln kann – man muss nur fest glauben und den richtigen Moment abpassen … Herzlichen Dank, liebe Julia, für deinen wunderbaren Beitrag!

In meiner Erinnerung ist „Meta Morfoß“ das Buch mit der langen Socke auf dem leicht stumpf gewordenen Pappeinband.

Ich wusste weder, was eine Metamorphose, noch, was eine Orchidee ist oder wer Albert Einstein war. Auch der antiautoritäre Duktus der Geschichte von Peter Hacks, die in der DDR in der Reihe der „Trompeterbücher“ des Kinderbuchverlags erschien, konnte mich erst später überraschen. Ich habe ihn einfach überlesen.

Für mich war die Meta vor allem eines: eine Versuchung. Und ein Anker gleichzeitig. Ich war überzeugt davon, wenn ich nur wollte, könnte ich mich wie Meta in alles verwandeln. Ganz in echt. Ich habe mich nur nie wirklich getraut. Ich wollte auch kein Krokodil auf der Straße oder eine Lok im Gegenverkehr sein. Mir kam es auf Provokation oder Selbstverwirklichung nicht an. Mir war es wichtig, diese Kraft als „letztes Mittel“ für ganz bestimmte Situationen aufzuheben. Als Rettung aus mir selbst. Wer weiß, wozu es mal gut ist …

Julia Fertig
Julia Fertig

Ich kann heute noch die tiefe Überzeugung in mir nachspüren, dass ich fliegen könnte, wenn ich mir es nur fest genug vornähme und den Impuls genau im richtigen Moment umsetzte. Pädagogisch nennt man das wohl die „magische Phase“. Den festen, kindlichen Glauben an das Wunderbare. Meta Morfoss war eines der Bücher, an dessen Realitätsnähe ich fest glaubte.

Diese selbstverständliche Unbedingtheit. „Ich bin doch die Meta!“ Heute weiß ich, dass die Greifbarkeit des Phantastischen in der magischen Phase kein an ein bestimmtes Alter gebundenes physiologisches Phänomen ist, sondern ein Qualitätsmerkmal guter Literatur. Danke, Peter Hacks!

#MetaCrowd: Die tröstende Meta

Unser Fan und Supporter Kati Schrödter hat uns die erste Geschichte zu unserer #MetaCrowd-Aktion geschickt. Wir freuen uns riesig über diese wunderbare Erinnerung und danken Kati herzlich dafür!

Die tröstende Meta

Das Kennenlernen von Meta und mir war in trister Umgebung. Ich war zum ersten und hoffentlich letzten Mal im Krankenhaus und bekam von meiner Lieblingstante als Trostpflästerchen ein kleines gelbes Trompeterbüchlein geschenkt, das Geschichten von zwei Mädchen – Claudia („Ein Märchen für Claudias Puppe“) und Meta („Meta Morfoß“) – enthielt. Mit ihrer ansteckenden, „schauderhaften Blödellaune“ hat vor allem Meta mir die Tage in der Klinik versüßt.

Später als ich wieder gesund war, hat das Büchlein einen festen Stammplatz an meinem Bett gekommen. Oft habe ich mich mit Meta weg geträumt. Peter Hacks’ Kinderbücher lassen der Phantasie viel Raum und geben Impulse zum Weiterspinnen. Das mit dem Trösten funktioniert übrigens immer noch. Ich habe es erst vor kurzem bei meinem 7-jährigen Patenkind erfolgreich ausprobiert.

Kati Schrödter
Kati Schrödter

Als Leseratte und Theaternärrin bin ich dem Vater von Meta, Peter Hacks, später noch einige Male begegnet. Eine wunderbare Sprachakrobatik, gepaart mit klugen und tiefen Gedanken, findet sich in vielen seiner Werke und hat mich oft auch als Erwachsene begeistert.

#MetaCrowd: Erzähl von deiner Begegnung mit Meta Morfoß und ihren Hacks-Geschwistern!

Lange war es still hier, wir waren wie ihr wisst im Urlaub, was allen sehr gut getan hat. Nun aber meldet sich Meta Morfoß zurück und lautstark zu Wort!
Meta an alle Fans und Supporter: “Wer von euch kennt mich schon? Wann sind wir uns begegnet? Kennst du auch meine Hacks-Geschwister? Erzähl doch mal!”

Um Meta ranken sich bereits so viele Geschichten ...  (c) Daktylos Media
Um Meta ranken sich bereits so viele Geschichten …
(c) Daktylos Media

Einige von euch haben uns bereits begeistert davon berichtet, wie sie Meta Morfoß oder andere Geschichten von Peter Hacks als Kind gelesen oder mit ihren eigenen Kindern heute entdeckt haben.
Uljana Wolf, die für uns Meta Morfoß ins Englische übersetzt hat, machte bereits den Anfang: Im Daktylos Media Blog hat sie vor ein paar Wochen mit uns darüber gesprochen, was das Buch Meta Morfoß für sie bedeutet.
Wir wollen die #MetaCrowd sichtbar und noch viel größer machen! Deshalb sammeln wir jetzt solche Geschichten von der ersten Begegnung mit Meta Morfoß und möchten sie nacheinander im Daktylos Media Blog veröffentlichen. Schreibt eure Geschichte auf, ein paar Zeilen reichen, und schickt sie an uns! Sagt unsere Geschichtensammelaktion weiter, damit wir so viele Storys wie möglich zeigen können, die Menschen persönlich mit Meta Morfoß und Peter Hacks verbinden.

Schickt eure Geschichte (ca. 500 bis 1500 Zeichen) an anna@daktylos-media.com!

Gute Aussicht: Wir verlängern das Crowdfunding für die Meta Morfoß App!

badjonni@flickr_CCBYSA2.0
badjonni@flickr CC BY SA 2.0

Update www.startnext.de/meta-morfoss-app

Ohne die Neugier auf unser Projekt und die Überzeugung davon, dass es gut und wichtig für die Zukunft ist, ohne den Zuspruch und die Begeisterung für unsere Meta Morfoß App, die wir täglich in den verschiedenen Gesprächen mit unseren Fans und Unterstützer*innen zu spüren bekommen, hätten wir uns nicht so weit vorgewagt und nicht so lange durchgehalten! Wir sind in der kurzen Zeit mit der Hilfe vieler Menschen ein so großes Stück vorangekommen und jeden Tag wächst die Aufmerksamkeit und der Zuspruch für unser Projekt. Wir wollen jetzt nicht aufgeben – deshalb verlängern wir die Finanzierungsphase bis zum 9. Juni 2014! Wir danken ganz herzlich auch dem Team von Startnext für das Vertrauen in unser Projekt und dafür, dass wir diese tolle Chance nutzen dürfen!

Inzwischen haben wir knapp 18 Prozent der Summe erreicht und hätten nur noch 4 Tage bis zum Fundingziel. Einerseits erscheinen die Zahlen der Fans und Unterstützungssummen als gering. Aber schauen wir einmal auf die Zeit vor dem Crowdfunding zurück. Daktylos Media war vor zwei Monaten noch ein völlig unbekanntes Start-up und die Meta Morfoß App mit dem neuen Format der Lesequest ein unbekanntes Produkt. Eher wenige kennen Peter Hacks und noch weniger seine wunderbaren Geschichten für Kinder. Aber alle, mit denen wir gesprochen haben, die Meta Morfoß gelesen haben, sind begeistert von der Geschichte und viele erzählen, dass es einmal ihr Lieblingsbuch war. In letzter Zeit gab es starke Resonanz zu unserem Projekt, in Online- wie Offline-Medien (mehr dazu in unserem Newsroom: http://daktylos-media.com/newsroom/?lang=de). Wir waren auf der Leipziger Buchmesse, und an unserem Fan-Tag vor zwei Wochen haben wir eine wahre Welle an Aufmerksamkeit durch die sozialen Netze gejagt. „Nebenbei“ haben wir noch freiberuflich gearbeitet und nicht zuletzt versucht, die restliche Zeit so gut wie möglich unseren Kindern zuteil werden zu lassen. Wir haben gemeinsam mit euch unheimlich viel erreicht und möchten das Ganze noch steigern!

In den nächsten Tagen und Wochen wird es einige Events und Neuigkeiten geben. Unter anderem führen wir demnächst ein neues Dankeschön ein! Im Mai werden wir auf dem Mobile Camp in Dresden unsere Lesequest vorstellen. Hier im Daktylos Media Blog werdet ihr natürlich auch bald wieder Beiträge finden. Unter anderem hat sich Meta Morfoß bei uns gemeldet: Sie will uns über Ostern besuchen! Lasst euch überraschen!

Bitte, unterstützt uns: Jede noch so kleine Summe bringt uns weiter! Allein schaffen wir es nicht – nur mit eurer Hilfe wird es die Meta Morfoß App geben! >>>www.startnext.de/meta-morfoss-app

Wir danken euch herzlich und freuen uns auf alles, was jetzt kommt!

Uljana Wolf: „Schreiben und Übersetzen heißt, sich Meta-artiges Desaster einzuladen“

Die Schriftstellerin, Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf erzählt im Interview mit Daktylos Media über ihre Beziehung zu der Erzählung Meta Morfoß von Peter Hacks, über die Frösche in den Texten und den Einfluss der digitalen Medien auf das Schreiben. Uljana Wolf hat gemeinsam mit Josepha Conrad Meta Morfoß für unsere erste Kinderbuch-App ins Englische übertragen.

Daktylos Media (DM): Liebe Uljana, nachdem wir dich für die Übersetzung der Erzählung Meta Morfoß von Peter Hacks ins Englische angefragt hatten, haben wir uns riesig über deine schnelle Zusage gefreut und danken dir noch einmal herzlich dafür! (Und vielen Dank auch an die freie Lektorin Meike Herrmann, die uns diesen Tipp gab.)
Erzähl, wie kam es denn zu deiner schnellen Entscheidung dafür?

Uljana Wolf (UW): Meta Morfoß war eines meiner liebsten Kinderbücher, ein gelbes Trompeterbuch mit blauem Rücken und herrlich widerspenstigen Illustrationen von Gisela Neumann. Es steht noch immer in meinen Bücherschrank, wandert und verwandelt die umstehenden Bücher dabei nicht wenig mit. Ich fand die Möglichkeit sofort großartig, Metas Geschichte ins Englische zu bringen und damit auch meinen Freunden und ihren Kindern zugänglich zu machen.

Meta Morfoß. Trompeterbuch-Ausgabe des Kinderbuchverlags Berlin  von 1986. Neu aufgelegt 2008 vom Beltz Verlag.
Peter Hacks: Meta Morfoß.
Illustrationen von Gisela Neumann
Trompeterbuch-Ausgabe
des Kinderbuchverlags Berlin von 1986
Neu aufgelegt 2008 vom Beltz Verlag.
Trompeterbuch-Ausgabe
Trompeterbuch-Ausgabe

DM: Welche Rolle spielt Meta Morfoß in deinem Leben?

UW: Welche Rolle spielt ein Mädchen, das sich in Muscheln, Dampfloks und zähnefletschende Krokodile verwandeln kann? Das eine schnurrbärtige Tante namens Herr Maffrodit hat? Im Ernst? Meta ist die Alternative zu Transformers, ohne die üblich moralische Kämmung der Wirklichkeit. Es ist eine Geschichte darüber, wie man dem Zwang zur Eindeutigkeit entkommen kann – und soll; wie man vieles und anders sein kann – Mädchen und wütend, Tante und Herr, Engel und Krokodil. Verwandlungsfähig ist eigentlich das Gegenteil von wandlungsfähig, was gemeinhin mit Anpassung assoziiert wird. Aber Meta passt sich nur ihren wunderbaren Versionen der Wirklichkeit an, kein Wunder, dass auch Einstein auftaucht. Peter Hacks spielt das alles mit einem feinen trockenen Humor durch, mit comic timing und Spottsprengseln gegen wirkliche oder selbsternannte Autoritäten, die meinen, uns Identitäten verpassen zu müssen.

Uljana Wolf. Foto: Timm Kölln
Uljana Wolf. Foto: Timm Kölln

DM: Wie gestaltete sich der Übersetzungsprozess für die englische Version von Meta Morfoß, worauf bist du gestoßen, was hast du mitgenommen? Hat das Wissen, dass dein Text für eine Kinderbuch-App sein soll, beim Übersetzen eine Rolle gespielt?

UW: Ich habe zwei Durchgänge ins Englische übersetzt, den dritten Durchgang hat die Musikerin und Autorin Josepha Conrad a.k.a. Susi Asado übernommen, die vierten haben wir zusammen gemacht. Josepha ist Muttersprachlerin, was besonders im Hinblick auf die komischen Effekte der Sprache ganz wichtig war. Zum Beispiel spricht der unbeholfene Räuber sehr unbeholfen und ist darum gar nicht gefährlich („Hände hoch, sonst wird geschossen“) – da muss man im Englischen mit einem Gefühl für das Ausgelassene und Sprachverpasste spielen, bis es den gleichen Effekt hat.

Das Medium, in das wir übersetzen, hat keinen Einfluss auf die Übersetzung gehabt – bis auf das Wissen, dass jeweils Schlüsselwörter die Animationen in Gang setzen, die wir möglichst beibehalten wollten. Da sich das deutsche und das englische Sprachsystem relativ ähnlich sind, stellte das kein großes Problem dar.

DM: Du bist Lyrikerin, Schriftstellerin und Übersetzerin. Wie wird man „das“? Welche Rolle spielt das Lesen?

UW: Die amerikanische Dichterin Marianne Moore, die übrigens in der gleichen Straße in Brooklyn lebte, in der ich Meta übersetzt habe, sagte einmal: Gedichte sind imaginäre Gärten, in denen echte Frösche leben. Das könnte man genauso über alle guten Bücher sagen – und es ist der Vorgang des Lesens, der jene Frösche wirklich und lebendig macht, genauso wie der Leser vom Lesen verwandelt wird, vervielfacht, es ist ein beidseitiges Verwandlungsverhältnis. Man vergisst ja viel zu oft, dass die Bücher nicht dieselben bleiben, dass sie durch uns genauso wandern, und hier meine ich nicht, dass sie sich in kleine widerspenstige Mädchen verwandeln können, wie am Ende von Peter Hacks’ Geschichte. Marianne Moore schreibt übrigens toad und nicht frog, also eigentlich leben in ihren Gärten Kröten. Vielleicht hätte ich Kröten schreiben sollen, aber das Wort liegt mir schwer im Ohr, außerdem hocken Kröten immer auf irgendwelchen Eingängen, dabei geht es hier um Offenheiten. Und auch darum bin ich Übersetzerin geworden, weil die Sprachen und unsere in ihnen vermittelten Wirklichkeiten keine eindeutigen Beziehungen abbilden, sondern vielfältig und durchlässig sind, weil man ihre Wirklichkeiten ändern kann. Wenn ich Frösche schreibe, lade ich nämlich eine ganz andere Verwandlungsgeschichte ein, in der auch ein Mädchen wütend ist und einen selbst ernannten Prinzen an die Wand klatscht. Warum nicht? Schreiben und Übersetzen heißt, sich Meta-artiges Desaster einzuladen, Verwandlungen und Abschiede zu üben.

DM: Und noch mehr übers Lesen. Unsere Meta Morfoß App soll Kinder über die Faszination für Technik, nämlich Tablets, fürs Lesen und für Literatur begeistern. E-Books und Apps erobern den Markt. Wie sind deine Eindrücke der Entwicklungen in der Buchbranche? Wohin entwickelt sich das Lesen heute deiner Meinung nach hin?

UW: Ich kann wenig von den Entwirklichungen der Branche berichten und meine Tochter ist noch nicht alt genug, um ein Tablet zu bedienen. Zwei Fehler in diesem Satz und ich tat nur einen, mein Autokorrektur für den anderen dazu. Ich begrüße alle Entwicklungen, die Autokorrekturverhalten entgegen wirken, in allen Medien – und Lesen, sich Literatur erobern, egal auf welchem Gerät, gehört erst einmal dazu.

DM: Und von deiner Warte als Lyrikerin und Schriftstellerin aus: Wie verändert sich das Schreiben durch die neuen digitalen Medien? Welchen Einfluss haben sie auf dein Schreiben?

UW: Als Übersetzerin interessiert mich zum Beispiel, wie die Auslagerung von Wissen in Clouds und Schwarmintelligenzen (crowd / crow?) Entscheidungen beim Übersetzungsprozess verändern kann. Und zwar in vieler Hinsicht: ich kann sehr viel rascher unendlich viele culture codes nachschlagen, ohne mich vom Fleck zu bewegen, ich kann über Facebook bei Muttersprachlern oder anderen Übersetzern Hilfe bei obskuren Stellen erfragen. Gleichzeitig gibt es eine größere Bereitschaft auf der Seite von Lektoren, Verlagen und Lesern, Fremdheit zu belassen, sie nicht erklärt oder eingedeutscht haben zu wollen, weil man kann das ja googeln. Das ist gut, es bringt Übersetzungen als komplexe durchlässige Texturen voran.

DM: Vielen Dank für das Interview!

Das Crowdfunding für die Meta Morfoß App läuft noch bis zum 20. April 2014. An alle Literaturliebhaber*innen, Leseratten und App-Geeks: Unterstützt die Meta Morfoß App www.startnext.de/meta-morfoss-app!

Lesequests und Elternpaare als Gründer – Interview mit Anna und Nick von Daktylos Media (Blog Essential Unfairness)

Ich habe mich in den letzten Tagen ein paar Mal mit Anna von Daktylos Media unterhalten. Anna hat zusammen mit ihrem Mann vor kurzem einen Verlag für Kinderbuch-Apps gegründet. Aktuell haben die beiden eine Crowdfunding-Kampagne für ihr erstes Projekt bei Startnext.

Du hast letztes Jahr zusammen mit Deinem Mann Daktylos Media gegründet. Ich lese immer häufiger von Start-Ups im Familienbereich, wo sich die Eltern zusammen selbstständig machen. Um ehrlich zu sein beneide ich das ein wenig. :-) Wie ist es bei Euch zu diesem Entschluss gekommen?

Bis 2011 haben wir in Moskau gelebt. Dort habe ich die Internetredaktion für das Russland-Portal des Goethe-Instituts geleitet. Nick war Leiter des Projektmanagements in einem bekannten Architekturbüro. Die Idee, ein gemeinsames Projekt für Kinder und Familien aufzuziehen, lockte uns schon lange. Als dann unser drittes Kind unterwegs war, beschlossen wir die nächsten Jahre in Deutschland zu leben. Nick wollte gern etwas Neues, Eigenes machen, aber als selbständiger Berater für Immobilienentwicklung einzusteigen, war schwierig. Ich arbeite seit dem Umzug freiberuflich als Projektkoordinatorin, Übersetzerin und Autorin, war aber auf der Suche nach einer eigenen Idee, einem eigenen Projekt. Während meines Studiums hatte ich in Verlagen mitgearbeitet, was mir unheimlich viel Spaß machte, aber mit unserer Familiensituation sah ich da beruflich keine Chance. Nach einem Coaching im letzten Sommer kristallisierte sich dann die Idee heraus, interaktive Kinderbücher für mobile Geräte zu machen. Nick war begeistert von der Idee, einen solchen Verlag zu gründen, und stieg sofort mit ein.

Und wie klappt das Modell “Parentrepeneur” in der Praxis? Bin ich zu recht neidisch?

Zurzeit haben wir keinerlei Freizeit, auch an den Wochenenden arbeitet immer einer von uns, so gut sich das eben mit der Familie vereinbaren lässt. Aber wir machen etwas, was uns begeistert. Unsere Kinder spüren das und haben wirklich viel Verständnis. Wir arbeiten als Partner zusammen, täglich erkennen und erleben wir die Stärken des anderen und ergänzen uns wunderbar. Wir haben jeden Tag Sex, sobald die Kinder weg sind. Private Zeit zu zweit haben wir in dieser heißen Phase – der Finanzierungsphase unserer Crowdfunding-Kampagne für unsere erste App – so gut wie nicht. Wir meistern alles mit dem berühmten Eltern-Mantra: „Es ist alles nur eine Phase!“ Und mit ein bisschen Hilfe des Universums werden unsere Kinder nicht krank und läuft es bei dem Großen in der Schule einigermaßen von allein. Es ist noch nicht klar, wann wir Geldsäcke stapeln werden. Neidisch sein? Es kommt darauf an, wie man seine Prioritäten setzt.

Euer aktuelles Projekt ist eine interaktive App für Tablets, die sich an Kinder ab acht Jahren richtet. Meine Mädels sind allesamt schon ziemlich iPad-affin – sie bevorzugen jedoch meist kleine Anzieh- oder Malspiele. Was bietet “Meta Morfoß”, um Kinder in den Bann zu ziehen?

Meta prototypscreen

Die App macht spielerisch aufs Lesen neugierig. Wir haben ein besonderes Format entwickelt, die „Lesequest“. Man liest den Text und findet darin Schlüsselwörter. Wenn man diese antippt, werden die Illustrationen animiert und es passiert etwas im Bild. So kommt man in der Geschichte weiter. Die gesuchten Wörter kann man sich im Menü auch anzeigen lassen. Der Prototyp ist fertig und wir sehen, dass Kinder auf die farbenfrohen, ungewöhnlichen Zeichnungen unserer App anspringen. Unsere Kinder lieben die wunderbaren Erzählungen von Peter Hacks für Kinder. Meta Morfoß ist eine davon. Unser Sohn (10) hat sie verschlungen und über den Prototyp mehrmals wieder gelesen. Unsere erste Tochter – sechsjähriges Vorschulkind – spielt auch oft damit. Sie findet schon die Schlüsselwörter im Text und schaut sich darüber immer wieder gern die animierten Bilder an.

In einem Satz – worum geht es in der App?

In der Geschichte geht es um Meta Morfoß, ein Mädchen, das mit der Fähigkeit auf die Welt gekommen ist, sich in alles Mögliche verwandeln zu können.

An sich geht es darum, für Kinder Lesespaß und Technikfaszination zu verbinden.

Eure App soll eine Lücke im App Store schließen – obwohl es heutzutage ziemlich schwer ist, da noch eine Lücke zu finden. Wie unterscheidet Meta Morfoß sich von anderen Apps für Kinder?

Wenn man sich anschaut, was es bisher in den Stores an Lesestoff für Kinder auf dem Tablet gibt, dann sind das entweder E-Books oder Buch-Apps. E-Books sind technisch gesehen nicht wirklich neue Formate, es sind Bücher mit Beleuchtung, die nicht mehr in der Wohnung herumliegen. Unter den E-Books gibt es inzwischen auch viele schöne mit animierten Illustrationen, aber erstens lenken diese die Kinder, die dann nur noch mit Tippen und Wischen beschäftigt sind, vom Text ab, und zweitens sind diese enhanced Varianten meistens nur für Kinder im Kleinkind- oder Vorschulalter gedacht – für Kinder im Lesealter, so zwischen sechs und zwölf Jahren, gibt es auf Deutsch keine interaktiven Bücher. Was die Buch-Apps angeht, so sind darunter viele, die sich so nennen, aber die sich oft als reine Spiele herausstellen – das Lesen spielt keine Rolle mehr – und deren inhaltliche und gestalterische Qualität in unseren Augen schlecht ist. Spiele auf dem Tablet an sich sind gut, manchmal sind sie die einzige Rettung für die Eltern, wenn man einfach mal eine Verschnaufpause braucht. Aber zwischen dem Spielen und dem Lesen gibt es noch keine echte Brücke. Die schlagen wir mit dem Lesequest-Format, das ist neu und weltweit einmalig. Außerdem ist die App mehrsprachig, man kann in ihr zwischen Deutsch, Englisch und Russisch umschalten.

Ihr habt einige spannende Design-Entscheidungen getroffen, wie zum Beispiel den Verzicht auf gängige “Geschlechterklischees”. Auch der Stil der Illustrationen ist etwas Besonderes. Wie seid Ihr zu diesen “Design Choices” gekommen?

Zum einen spielt die Geschichte ja selbst permanent mit Geschlechterklischees und sozialen Normierungen. Meta ist kein „normales“ Mädchen, sie nimmt jeweils die Identität an, auf die sie gerade Lust hat, egal, ob das nun eine Wollsocke, ein Krokodil, Albert Einstein oder ein Engel ist, und egal, ob sie gerade in der Schule sitzen muss oder draußen spazieren geht. Außerdem gehört zu ihrer Familie noch eine Tante namens Herr Maffrodit (in Anspielung an Ovids berühmte Erzählung über den Hermaphroditen), die einen Schnurrbart hat und gerne strickt. Für so eine Geschichte brauchen wir Bilder, die dieses ironische Spiel mit dem Text widerspiegeln. Blonde Feen in Rosa oder knuffige Piraten passen dazu nicht. Bei der Auswahl des Illustrators war für uns nicht aussschlaggebend, ob er oder sie bereits Erfahrung mit der Illustration für Kindermedien hatte. Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl war die Originalität der Zeichnungen und Farbgebung, ungewöhnlich sollten sie sein – und uns selbst natürlich gefallen. Außerdem wollen wir Kindern etwas Neues anbieten, sie anregen und ihren Geschmack mit entwickeln, was Inhalte und Gestaltung angeht.

Für alle Geeks unter meinen Lesern: Plant Ihr auch andere Plattformen wie Android zukünftig zu nutzen?

Unseren Prototyp haben wir für iOS programmieren lassen. Für Android werden wird eine eigene Version der fertigen App programmieren lassen. Die Meta Morfoß App wird man also im AppStore, bei Google Play und bei Amazon kaufen können.

Damit die App aber überhaupt realisiert werden kann, brauchen wir jetzt die Unterstützung der Crowd, also wirklich jeden! Wir haben noch 26 Tage Zeit. Jede noch so kleine Summe, die jetzt gespendet wird, hilft dabei, unser weltweit einzigartiges Projekt realisieren zu können.

Danke für das Gespräch, Anna!

Und hier der Link zur Kampagne: http://www.startnext.de/meta-morfoss-app

Interview: Stefan Epler

Zuerst erschienen am 26. März 2014 im Blog Essential Unfairness

Daktylos Media auf der Leipziger Buchmesse 2014

Die letzten Tage und Wochen waren so mit Ereignissen angefüllt, dass ich ständig das Gefühl hatte: 48 Stunden komprimiert in 24, Nachtruhe fällt weg, Grundstimmung dabei positiv und euphorisch.

Anfang Februar suchte ich im Programm der Leipziger Buchmesse mit dem Schlüsselwort „App“ und stieß auf eine einzige Veranstaltung: „Alles nur App-etitmacher oder doch mehr? Kinder-Tablets, Lese-Apps und Co. für die Bücherfans von morgen“ – wie für uns gemacht! Sofort schrieb ich René Wagner (hoerbuch-seminare.de) an, den Moderator, und stellte unseren Verlag und unser erstes Projekt vor. Er antwortete umgehend und lud mich mit aufs Podium ein. Freudenhüpfer im Dresdner Wohnzimmer! Von René erfuhr ich, dass meine Gesprächspartnerinnen Karen Ihm von der Stiftung Lesen und Henrike Friedrichs, Medienpädagogin an der Uni Bielefeld, sein würden. Mit der Stiftung Lesen hatte ich auch im Vorfeld schon zu tun, sie wird mit einer Rezension nach dem Release Eltern hoffentlich unsere Meta Morfoß App ans Herz legen.

Vor zwei Wochen bekam ich den Führerschein, und so lieh ich mir gleich letzte Woche ein Auto aus, um damit nach Leipzig zur Buchmesse zu brausen mit dem Vorsatz, ganz viele Leute zu treffen, Veranstaltungen zu besuchen und alles zu betwittern und bei Facebook abzubilden. Auf der Messe angekommen musste ich meine Pläne diesbezüglich etwas herunterschrauben: WLAN gab es zwar in jeder Halle, aber nur an jeweils einem Hotspot,  und für die Nutzung des flächendeckenden WLAN-Netzes hätte ich noch einmal einen zweistelligen Betrag zahlen müssen. Deutschland? Medienbranche? Leider funktionierte auch das Handy als Router fürs iPad nicht immer zuverlässig. Aber das alles beiseite, nach und nach fand ich in einen Rhythmus, traf Caspar Armster und Anna Karina Birkenstock vom Tilda Marleen Verlag, trank einen Cappuccino mit Louise Carleton-Gertsch (LCG Media), die ich schon so lange kennenlernen wollte, schaute bei Britta Jürgs vom AvivA Verlag vorbei (meiner ersten Arbeitgeberin in der Branche), und nicht zuletzt stattete ich natürlich dem Eulenspiegel Verlag einen Besuch ab. Abends kam ich nach einer kleinen Odyssee durch Leipzig (noch einmal werde ich nicht vergessen vor der Autofahrt mein Handy-Navi aufzuladen) doch endlich noch im pub’n pub an, wo ich viele nette Leute traf, die alle “was mit Büchern machen”. Am nächsten Morgen lernte ich auch Stefanie Leo von dem mittlerweile traditionsreichen Blog buecherkinder.de kennen. Ich hoffe sehr, dass sich mit ihr irgendeine fruchtbare Zusammenarbeit ergibt, Ideen habe ich schon …

Teil 1 der Videoaufzeichnung “Alles nur App-etitmacher?” auf der Leipziger Buchmesse 2014

Teil 2 der Videoaufzeichnung “Alles nur App-etitmacher?” auf der Leipziger Buchmesse 2014

Am Freitagnmittag dann startete unsere Veranstaltung auf dem Forum Hörbuch und Literatur in Halle 3. Hier konnte ich unseren Verlag, unsere Meta Morfoß App und die Crowdfunding-Kampagne vorstellen. Die Veranstaltung war gut besucht, alle Plätze waren besetzt, einige der Zuhörer*innen standen sogar. Viel mehr erzählen muss ich hier nicht – dafür haben wir ja alles auf Video aufgezeichnet. Vielen Dank an dieser Stelle an meine Freundin Olga Vostretsova, die sich um die Aufnahme gekümmert hat!

Interview mit smart-digits.com

Meta Morfoss (c) Daktylos Media
Meta Morfoss (c) Daktylos Media

Crowdfunding boomt mittlerweile auch in Deutschland. Wie wir bereits in unserem letzten Beitrag zum Thema beschrieben haben, mehren sich erfolgreiche Projekte. So z.B. aktuell das Buch “Das neue Spiel” von Michael Seemann, das über 20 T€ einsammeln konnte, oder auch die Finanzierungsrunde des eBook-Startups readfy. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, einige weitere schöne Projekte vorzustellen, die in diesen Wochen ihr Funding beginnen. Ein Kinder-App-Projekt der ganz besonderen Art will Daktylos Media mit “Meta Morfoß” realisieren:

Das junge Unternehmen aus Dresden erfindet neue Formate für Buch-Apps: Die “Lesequest” ist eine Mischung aus E-Book und interaktivem Suchspiel. Die Leserin oder der Leser animieren die Illustrationen, indem sie die Schlüsselwörter auf jeder Seite der Erzählung finden und antippen. So sollen die Animationen nicht vom Lesen ablenken, sondern dazu motivieren. Das erste Projekt dieser Art soll eine App-Version des Kinderbuchs Meta Morfoß von Peter Hacks werden – das Crowdfunding dazu hat gerade auf Startnext begonnen.

Wir haben uns mit Anna Burck und Nikolay Barabanov von Daktylos Media über ihren Ansatz unterhalten:

Ihr seid ein junges Unternehmen im Bereich Kindermedien. Was hat euch zu eurer Beschäftigung mit diesem Thema gebracht?

Anna: Wir beobachten, wie unsere Kinder auf Computer, Smartphones und Tablets “abfahren”. Wir haben überlegt, wie wir diesen Spaß an der Technik mit dem Lesen als elementarer Kulturtechnik verbinden können. Deswegen haben wir einen Verlag für interaktive Kinderbücher gegründet.

Nick: Die neuen Technologien selbst haben keinen Inhalt in dem Sinne, dass sie gut oder schlecht sind, sie sind einfach ein Instrument. Wir möchten die Möglichkeiten dieses neuen Instruments für den kulturellen Bereich nutzen.

Interaktive Kindermedien sind ja ein Boom-Thema, seitdem iPads und andere Tablets die deutschen Wohnzimmer erobern. Wo seht ihr die Nische für eure Produkte? Was ist das besondere an eurer Idee der „Lesequests“ als neues App-Format?

Anna: Wir haben in den App Stores nach guten Buch-Apps gesucht und uns fiel auf, dass es da im Vergleich zum Spieleangebot sehr wenig Angebote gibt. Viele Apps, die sich “Buch” nennen, sind eher Spiele, das Lesen tritt in den Hintergrund. Schöne enhanced E-Books für Kinder, vor allem Bilderbücher mit animierten Illustrationen, gibt es natürlich inzwischen viele, aber oft sprechen sie eher jüngere Kinder an, denen man vorliest. Mit unserem Ansatz wollen wir etwas bieten für Kinder im Lesealter, das gute Literatur mit originellen Illustrationen und tollem Design verbindet und auf Mehrsprachigkeit ausgelegt ist.

Nick: Unter den digitalen Büchern gibt es zum einen E-Books in Verbindung mit den Lesegeräten, und zum anderen Buch-Apps für Tablets. Im ersten Fall bietet der Markt Lektüre, aber technologisch gesehen ist es der Schritt von den Tontafeln zum Papyrus. Im zweiten Fall bietet der Markt Spiele – das ist so, als ob man aus Goethes gesammelten Werken Origami faltet. In den Lesequests, wie wir unser App-Format nennen, gibt es keine Spiele, kein Puzzle, nichts zum Ausmalen. Das Besondere ist, dass die Bilder erst über das Lesen, über die Interaktion mit Schlüsselwörtern, animiert werden. Man sucht im Text diese Schlüsselwörter, die zur Ausgangsszene auf der Illustration passen, und wenn man sie antippt, passiert im Bild etwas. Erst wenn man eine Seite aufmerksam gelesen und alle Schlüsselwörter gefunden hat, geht es in der Geschichte weiter.

Eure jüngste App wollt ihr als Crowdfunding-Projekt realisieren. Warum habt ihr euch dafür entschieden? Worin seht ihr die Vorteile gegenüber anderen Finanzierungsformen?

Anna: Es ist unser erstes Projekt, für das wir auch versuchen auf die klassische Art einen Bankkredit zu bekommen, aber die Aussichten darauf sind begrenzt. Crowdfunding erscheint uns da als ideale Finanzierungsmöglichkeit. Die Risiken gehen hier für alle Beteiligten gegen Null und man ist unabhängig von Kreditgebern und frei von den daran geknüpften Bedingungen.

Nick: Crowdfunding erscheint uns daneben als optimaler Weg, Menschen zu erreichen, die wie wir das Lesen lieben und in den neuen Technologien eine Bereicherung für das Leben sehen, und für die, für die Solidarität ein fruchtbares Beziehungsmodell ist.

(c) Daktylos Media
(c) Daktylos Media

Bei Kindermedien für Tablets und Smartphones gibt es genauso die Skeptiker wie die Befürworter, was didaktischen Wert und kindgerechte Mediennutzung angeht. Was würdet Ihr skeptischen Eltern gerne mit auf den Weg geben?

Anna: Skepsis in unserer konsumorientierten Welt ist nicht schlecht. Man sollte sich aber beim Umgang mit Medien nicht von seinen Ängsten leiten lassen, sondern von seinem Vertrauen zu sich und seinem Kind. Man sollte Inhalte, egal welcher Medien, zusammen auswählen und darüber sprechen. Wenn man die Mediennutzung bewusst in den Alltag mit einplant wie andere Dinge auch, sollten irrationale Ängste verschwinden. Und schön ist natürlich, wenn Eltern mit ihren Kindern zusammen Filme schauen, Apps ausprobieren, sich gegenseitig vorlesen. In unserem Daktylos Media Blog rezensieren wir ja auch Kinderbücher und gute Buch-Apps, da können skeptische Eltern reinschauen und sich Anregungen holen.

Nick: Wir möchten wie alle Eltern, dass unsere Kinder gesund und glücklich aufwachsen. Und nur das sollte das Kriterium für die Bewertung von etwas als “nützlich” oder “schädlich” sein. Wenn man die neuen Technologien für die Entwicklung der Kinder nicht nutzt, nimmt man ihnen einen Teil der Möglichkeit, die unbegrenzte Vielfalt unserer Welt zu erfahren.

Детские приложения в немецком iTunes App-Store: Много игр и мало чтения
Детские приложения в немецком iTunes App-Store: Много игр и мало чтения

Mobile Apps sind wohl einer der dynamischsten und innovativsten Bereiche in der aktuellen Medienentwicklung. Wo sehr ihr wichtige Trends, die für euer Thema von Bedeutung sind?

Anna: Beim momentanen Stand der Basistechnologien können wir unsere Ideen mit nativen Apps am besten umsetzen. Ich bin aber sehr gespannt auf die Tigercreate Software, die in diesem Frühjahr herauskommen soll. Daneben sehen wir für die Zukunft auch großes Potential im systematischen Einsatz von Tablets im Schulalltag, aber ganz viel hängt natürlich auch von der Bildungspolitik ab.

Nick: Das Wichtigste ist die Verbreitung und die Erschwinglichkeit der Tablets als Basis für eine breite Verfügbarkeit. Dann ist wichtig, dass die mobilen Netze der neuen Generation kommen, die es möglich machen, bequem große Datenmengen zu übertragen. Gerade Deutschland ist hier noch Entwicklungsland.

Daneben beobachten wir mit Interesse die Versuche und die ersten Ergebnisse, faire Technologieprodukte zu entwickeln, zum Beispiel das Fairphone-Projekt, oder neue Finanzierungsmodelle für Content-Produktion zu schaffen.Wir denken für unsere Produkte darüber nach, einen Mechanismus zu entwickeln, mit dem ein App auch “second hand” genutzt werden kann, dass es also von den Nutzer*innen nach Gebrauch weiterverkauft werden kann.


Anna Burck (c) Daktylos Media
Anna Burck (c) Daktylos Media

Anna Burck ist bei Daktylos Media zuständig für Programmleitung und Redaktion, Marketing und Pressearbeit, Rechte und Lizenzen. Während ihres Studiums der Neueren deutschen Literatur und Russistik in Berlin und Moskau hat sie in Verlagen mitgearbeitet. Danach leitete sie in der internationalen Kulturarbeit Projekte im Bereich Online-Redaktion und Internetmarketing. Zurzeit arbeitet sie freiberuflich als Redakteurin, Autorin und Übersetzerin.

Nick Barabanov (c) Daktylos Media
Nick Barabanov (c) Daktylos Media

Nikolay Barabanov ist bei Daktylos Media zuständig für Projektmanagement, technische Koordination, Teamleitung und Vertrieb. Nikolay hat in St. Petersburg Architektur studiert und viele Jahre als Architekt und als Direktor für Projektmanagement in einem bekannten Moskauer Architekturbüro gearbeitet.

Gepostet von am FEB 18, 2014 mit Smart-digits.com

„Kinder? Ich kenne gar keine.“ Ein Gespräch über Peter Hacks als Kinderbuchautor

Unsere erste Buch-App bringt Peter Hacks’ Erzählung Meta Morfoß auf iPads und Android Tablets. Im Interview mit Dakytlos Media erzählt Verleger Dr. Matthias Oehme über Peter Hacks und dessen wunderbare Texte für Kinder.

Peter Hacks, 1976. Foto: Bundesarchiv
Peter Hacks, 1976. Foto: Bundesarchiv

Daktylos Media (DM): Wo und wie haben Sie Peter Hacks kennengelernt?

Matthias Oehme (MO): Den Dichter kenne ich schon lange, persönlich habe ich ihn aber erst spät kennengelernt. Das geschah in einer Zeit, in der ich den Eulenspiegel Verlag übernommen hatte, also etwa 1994, und Hacks als Autor zu gewinnen versuchte. Und obwohl sich das nicht gleich machen ließ, war er sehr freundlich, aufgeschlossen und überaus interessiert, was hier mit dem alten DDR-Verlag passiert. Ich hatte den Eindruck, dass unsere Begegnungen und Gespräche, teils im Verlag, teils bei ihm in der Schönhauser Allee oder draußen auf seinem Landsitz, von Sympathie und Einverständnis geprägt waren. Er wollte schon gern bei uns publizieren.

DM: Was ist Ihnen von Hacks besonders in Erinnerung geblieben?

MO: Auch wenn es nur ein Aspekt ist, so sollte man den doch nicht unterschätzen: Ich hatte den Eindruck, dass er ungemein neugierig war; er ließ sich gern über alle Sachverhalte und Personen Neues berichten, seien es die Umstände des Verlagsgeschäfts, politische Entwicklungen oder eben literarischer Tratsch; nur Neues sollte es eben sein. Alles andere langweilte ihn schnell. Und natürlich hatte er zu allem ein Urteil; ich nenne es nicht Meinung, denn meist war das gegründeter als eine bloße Meinung.

T. liest Geschichten von Henriette und Onkel Titus, zweite Auflage des Kinderbuchverlags 1982 (c) Daktylos Media
T. liest Geschichten von Henriette und Onkel Titus, zweite Auflage des Kinderbuchverlags 1982 (c) Daktylos Media

DM: Hacks, der selber keine Kinder hatte, hat wunderbare Kinderliteratur geschrieben. Was macht aus Ihrer Sicht diese Texte so zeitlos und so stark?

MO: Ja, sie sind nicht kindertümelnd, nicht didaktisch, tief von einsehbarer Logik und spaßhafter Vernunft geprägt, was Kindern sehr gefällt, es handelt sich um kräftige, phantasievolle Fabeln, um sprachlich klare und originelle, dabei hochpoetische Texte, und es sprechen sich jeweils herausragend selbstbewusste Haltungen und ein frohgemuter Handlungswillen aus. Das ist Literatur nicht nur für Krisen oder Phasen des Niedergangs, das ist haltbar. „Ein Ding von Schönheit ist ein Glück auf immer.“

DM: Wissen Sie, welche Bedeutung das Schreiben von Texten für Kinder für Hacks persönlich hatte, welchen Raum es in seinem Leben einnahm, was er damit verband?

MO: Er selbst hat ja darüber in seinem Aufsatz „Was ist ein Drama, was ist ein Kind?“geschrieben, ich mag nicht besserwisserisch sein. Für Kinder zu schreiben war ihm, glaub ich, literarisch-ästhetisch nicht so sehr wichtig, insofern sind all diese Texte Blumen eher vom Feldrain der Poesie. Die Verfertigung dieser Sachen kam aber seinem Naturell entgegen, will sagen, er hatte offenbar öfter mal überbordende Lust drauf. Das ist so, wie dieser große Dramatiker gelegentlich eben auch Gedichte oder erzählende Texte geschrieben hat. Außerdem hatte er ein hochentwickeltes Genrebewusstsein, so dass ihm klar war, dass bestimmte Gegenstände eben nur in den Sagweisen der Kinderliteratur sich behandeln lassen.

Auf die Frage, wieso er für Kinder schreibt und sie offenbar gut kennt, hat er 1977 dem DDR-Kinderbuchverlag einmal so geantwortet:

Man fragt: Sie haben natürlich Kinder? Ich erwidere, nein. Man fragt: woher kennen Sie sie dann? Ich erwidere: ich kenne gar keine. Hiernach verwundert man sich und fragt: aber Sie scheinen sie doch zu mögen! – Ist das wirklich so schwierig? Ich habe keine Kinder und kenne folglich keine und habe aus diesen beiden Gründen wenig Mühe, mir meine gute Meinung über sie zu erhalten.

DM: Hacks’ Erzählungen wie Meta Morfoß oder Geschichten von Henriette und Onkel Titus entstehen aus dem Spiel mit der Sprache und ihren Bedeutungen, sie erscheinen zuweilen absurd. Kann man sagen, dass es in der DDR-Kinderliteratur auch eine absurde Erzähllinie gab wie beispielsweise im englischsprachigen Raum oder in der jungen Sowjetunion? Oder ist Hacks da eher ein Einzelfall?

MO: Ich vermute, dass die Ähnlichkeiten recht oberflächlich sind. Die Bezeichnungen des Absurden trifft  die Hervorbringungen der Hacksschen Phantasie gar nicht. Hacks ist zwar tatsächlich ein Einzelfall, das denke ich schon auch, aber sein Boden ist definitiv der Realismus; vielleicht macht die Fülle, die Fruchtbarkeit seines Realismusbegriffs ja seine Einzigartigkeit aus. Alles, was uns so sehr phantastisch, gar absurd erscheint, etwa ein Bär, der auf dem Försterball das große Wort führt, sind wirklichkeitsgesättigte und wirklichkeitszugewandte Geschichten mit Witz und Hintersinn, die Kinder durchaus nicht mit den zahllosen sauertöpfischen Produkten von anthropomorphisierenden Halbdidakten verwechseln. Die haben dafür nämlich ein untrügliches Gespür.

Der Bär auf dem Försterball. Illustrationen von Walter Schmögner (c) Eulenspiegel Verlag
Der Bär auf dem Försterball. Illustrationen von Walter Schmögner
(c) Eulenspiegel Verlag

DM: Ein russisches Entwicklerteam, das wir wegen der Programmierung der „Meta Morfoß App“ angefragt hatten, erteilte uns eine Absage: Mit „Hermaphroditen“ wolle man nichts am Hut haben. Wissen Sie, ob Meta Morfoß auch früher schon für Anstoß gesorgt hat?

MO: Naja, ich finde die Episode mit der Absage lustig, aber nicht nur lustig. Bekannt ist mir derlei nicht, obwohl es gegen Hacks von früh an auch immer wieder mal irgendwelche Einwände gegeben hat, auch gegen seine Texte für Kinder. Es sind die Lehrer, die wirklichen und die angemaßten, die oft ihre Schwierigkeiten damit haben. Aber ein so gebildetes Vorurteil ist mir da nicht begegnet; und mehr ist es ja nicht. Ich weiß gar nicht, ob sich daran tatsächlich eine gesellschaftspolitische Debatte entzünden kann. Sie dürfen nicht vergessen, dass ein DDR-Kind ja viel aufgeklärter war als etwa ein westdeutsches. Letztlich auch dank Hacks!

DM: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben!


Matthias Oehme, Geschäftsführer des Eulenspiegel Verlags und Peter Hacks Verleger. Foto: Simone Uthleb (c) Eulenspiegel Verlag
Matthias Oehme, Geschäftsführer des Eulenspiegel Verlags und Peter Hacks Verleger.
Foto: Simone Uthleb
(c) Eulenspiegel Verlag

Dr. Matthias Oehme, geb. 1954, Literaturwissenschaftler und Verleger; Studium der Germanistik in Leipzig, Promotion 1984 mit einer Untersuchung zu Dramaturgie und Dramentheorie beim späten Schiller. Übernahm 1993 zusammen mit Jacqueline Kühne den Verlag Das Neue Berlin und den Eulenspiegel Verlag, beide Verlage wurden durch eine neugegründete Gesellschaft fortgeführt. Ist gelegentlich auch herausgeberisch tätig (Herder, Schiller, Brecht, Hacks).