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Meta Morfoß App ist Spiel des Monats beim Internet-ABC

Die Nachricht erreichte uns pünktlich zum Start der Leipziger Buchmesse: Die Meta Morfoß App ist vom Internet-ABC in der Kategorie Spiel- und Lernsoftware zum „Spiel des Monats“ gewählt worden. Wir freuen uns riesig über diese Ehre! Und ganz besonders freuen wir uns über die neugierige Begeisterung des Rezensenten. Er stellt die Besonderheit des Lesequestformats heraus:

Bei den meisten Leseapps liest ein Sprecher die Geschichte vor, und das Kind darf wild auf den Bildern herumtappen, um die Animationen herauszukitzeln. “MetaMorfoß” ist anders, denn hier lesen die Kinder den Text selbst. Und sie tippen nicht auf den Bildern herum, sondern müssen drei Schlüsselbegriffe im Text finden, die dann eine der bezaubernden Animationen auslösen.

Meta Morfoß als Wollsocke Illustration: Max Litvinov/KClogg (c) Daktylos Media
Meta Morfoß als Wollsocke
Illustration: Max Litvinov/KClogg (c) Daktylos Media

„Atemberauben schön“ und „behutsam animiert“ seien KCloggs Animationen – und besonders beeindruckend, wenn Meta sich in eine Lokomotive, eine Wärmflasche oder Albert Einstein verwandelt.
Es ist schön, dass hier auch ein beherzter Blick auf den Schriftsteller Peter Hacks und seine Geschichte über dieses „anarchistische“ Mädchen geworfen wird, das so bleiben kann, wie es ist. Denn Meta hat sehr menschliche Bezugspersonen, für welche die von außen wahrgenomme Andersheit … ganz normal ist.

Meta Morfoß ist eben ein Text, der so gar nicht in einer engen „DDR-Schublade“ liegen will, sondern seit Jahrzehnten auf literaturgeschichtliche Ordnungsversuche pfeift und fröhlich weiter durch die Hände überraschter und begeisterter Leserinnen und Leser hüpft.

Herunterladen kann man die Meta Morfoß App fürs iPad hier oder für Android Tablets hier. Viel Spaß!

130786-130878-1-iabc_banner-02Und hier noch eine kleine Info zum Internet-ABC: Das Portal ist ein Angebot für Kinder und Eltern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und neuen Medien. Die redaktionelle Leitung obliegt dem Grimme-Institut und für uns hat sich der Kindermedienexperte und Literaturliebhaber Thomas Feibel ins Zeug gelegt. Er ist übrigens auch Organisator des Tommi Kindersoftwarepreises. Vielen Dank, lieber Thomas!

Meta Morfoß App Testing @Medienfestival 2014

Das Meta Morfoß App Testing am 15./16. November war ein Riesenerfolg! Rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben uns auf dem Medienfestival besucht und ein Drittel der Leute hat die Meta Morfoß App ausführlich getestet und bewertet. Wir haben sehr viel positives Feedback für die erste Lesequest der Welt bekommen – hier unser ausführlicher Testbericht.

Diego (9)
Diego (9)

Nun hat es also endlich stattgefunden, das lang geplante und lang erwartete Meta Morfoß App Testing. Das Medienfestival 2014, auf dem der Deutsche Multimediapreis MB21 verliehen wurde, war mit 2800 Besuchern ein echter Publikumsrenner! Allein zu unserem Meta Morfoß App Testing kamen rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. 81 von ihnen haben unsere App ausführlich getestet und bewertet. Wir danken dem Medienkulturzentrum Dresden, dass es uns diese wunderbare Möglichkeit gegeben hat, unsere erste Kinderbuch-App einem breiten Publikum bekannt zu machen. Und wir danken natürlich allen fleißigen Testerinnen und Testern für ihre Neugier und ihre Ausdauer, für die vielen anregenden Gespräche, das viele Lob sowie die konstruktive Kritik und die kreativen Ideen für die Weiterentwicklung unserer Lesequest.

Mir hat die App gut gefallen, weil man Wörter suchen und sie antippen musste. Da haben sich die Figuren im Bild bewegt. Das war sehr lustig. Ich habe so etwas noch nie gemacht, wir haben kein Tablet zu Hause. Ich lese sehr gern, für mich war es nicht schwer, den ganzen Text durchzulesen. (Lisa, 10 Jahre)

Die App war toll. Eine ziemlich hübsche Geschichte. Sehr schwer war es eigentlich nicht. Dass man Substantive rausfinden musste, das war nicht leicht. Aber es gibt ja auch noch die Lösung, wo man mal kurz lunschen kann. Ich würde die App gern noch einmal durchspielen. Und ich würde auch gern noch eine andere Lesequest ausprobieren. (Alfred, 9 Jahre)

Meta Morfoß App Testing Kids Book App
Lenka und Aya (beide 7)

Die Tatsache, dass so gut wie alle Kinder vom iPad und seinen vielen spielerischen Möglichkeiten fasziniert sind, wurde im Andrang an unserer Station offensichtlich. Die fünf iPads reichten oft nicht für alle Testwilligen. Einige warteten geduldig, bis sie an der Reihe waren. Mehrmals kamen Eltern auf uns zu und meinten: „Das ist ja eine tolle Idee. Wissen Sie, mein Kind liest nämlich eigentlich nicht so gern. Vielleicht kann Ihre App es zum Lesen motivieren?“ Und, ja, diese Kinder saßen während unseres Gesprächs bereits versunken mit dem iPad da und erlebten über das Lesen gespannt Meta Morfoß‘ Verwandlungen mit. An den beiden Festivaltagen brachen nur drei Kinder das Lesen sofort zu Beginn ab, weil sie die Aufgabe „zu schwierig“ fanden oder weil sie eine echte Spiele-App und keine Geschichte zum Lesen erwartet hatten. Die allermeisten Kinder durchwanderten die App versunken und fasziniert bis mindestens zur Mitte, viele, auch sehr junge Leserinnen und Leser im Grundschulalter, durchliefen die Geschichte bis zum Ende. Angesichts des riesigen Mitmach-Angebots auf dem Medienfestival, das auf unserer und den übrigen vier Etagen die Besucherinnen und Besucher lockte, freuen wir uns über Metas Magnetwirkung!

Ich fand es gut. Es hat viel Spaß gemacht. Die Wörter zu suchen, das war schön. Manchmal war es schwierig, manchmal leicht. (Susanne, 7 Jahre)

Wir wollten natürlich wissen, wer genau sich da für unsere App interessiert und wie die App angenommen wird. Deshalb haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf unsere Bitte hin nach dem Testen noch einen Fragebogen beantwortet. Hier präsentieren wir euch die Auswertung. 81 Leute haben unsere App getestet, davon 61 Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren, 19 der Testerinnen und Tester waren älter als 13 Jahre alt. Die jüngste Testerin war knapp sechs, die älteste 77 Jahre alt. Die meisten der Kinder waren Acht- bis 12-jährige. Ein bisschen mehr als die Hälfte waren männliche Tester.

Meta Morfoß App Testing Kids Book App
Lukas (23)

Man beginnt die App mit einem Tutorial, in dem man interaktiv erlebt, wie die Lesequest funktioniert. Die Frage, ob dieses Training hilfreich war, bejahten 60, 19 fanden es teilweise hilfreich, teilweise schwierig zu verstehen. Dass zwei Tester meinten, sie hätten gar nichts verstanden, erklären wir uns damit, dass diese beiden noch zu jung für eine selbständige Nutzung der App waren und der Text größtenteils von den Eltern vorgelesen wurde.

Die App ist sehr ausführlich. Man kann mit ihr viel lernen, auch, wenn man nicht so gut lesen kann. Es macht Spaß, weil etwas in den Bildern passiert. Schön, dass es die App bald gibt, ich würde sie mir kaufen. Ich spiele auch gern Computerspiele, am liebsten Rollenspiele. Ich lese nur manchmal, Computer mag ich mehr als Bücher. (Johann, 12 Jahre)

Meta Morfoß App Testing Kids Book App
Amelie (9)

Was die Suche nach den Schlüsselwörtern angeht, so fand die Mehrheit (47) es schwierig, die Schlüsselwörter zu finden. 34 dagegen meinten, dass alles leicht zu finden gewesen sei.
Peter Hacks hätte es sicher auch so gefreut wie uns, dass den meisten (75) die Geschichte über Meta Morfoß gefallen hat. Die Mehrheit jener, denen die Geschichte nicht gefallen hat, sind übrigens ältere Jungen gewesen. (Jungen interessieren sich erwiesenermaßen nicht besonders für Geschichten mit Mädchen als Protagonisten.)

Meta Morfoß App Testing Kids Book App
Die ganze Familie liest Meta Morfoß zusammen.

Unser Illustrator KClogg kann sich darüber freuen, dass fast allen (78) seine Illustrationen gefallen. Manche darunter fühlen sich allerdings von den Animationen beim Lesen gestört (10).

Ich fand die App ganz schön, aber die Geschichte war ein bisschen kurz, ich hätte gern noch weitergelesen. Die Geräusche haben manchmal genervt, zum Beispiel die Schaukel mit dem Krokodil, die so quietscht. Aber im Großen und Ganzen fand ich alles ganz gut. Wenn die Geschichte in der App länger wäre, würde ich sie auch herunterladen. (Leon, 12 Jahre)

Auch die Töne und Geräusche gefallen den meisten (65). Einfach toll ist, dass einige der jugendlichen Testerinnen und Tester sich gleich einer neuen Herausforderung gestellt und die Geschichte auf Englisch und auf Russisch gelesen haben! Und dass 75 Prozent das App-Format der Lesequest à la Daktylos Media gefällt und sie gern noch weitere Apps dieser Art ausprobieren wollen, freut uns riesig und motiviert uns natürlich, so bald wie möglich die Produktion der nächsten App in Angriff zu nehmen.

Meta Morfoß App Testing Kids Book App
Dorothea (6) testet mit ihrem Papa

Das App Testing ist für uns ein großer Erfolg. Es wurde offensichtlich, dass die App wie vermutet am besten bei den Acht- bis Zwölfjährigen ankommt. Prinzipiell kann jedes Kind, welches schon lesen kann, die App benutzen. Allerdings verstehen manche der jüngeren Kinder noch nicht, was mit „Schlüsselwort“ gemeint ist, trotz der Erklärung dieses Begriffs im Tutorial. Und einige Erwachsene kritisierten im Gespräch, dass es oft schwierig sei, die Wörter intuitiv beziehungsweise aus der Text-Bild-Verbindung heraus selbständig zu finden, also ohne sich die gesuchten Wörter in der Hilfe anzeigen zu lassen. Wir wollen bei der nächsten Lesequest diesen Suchmechanismus intuitiver und einfacher gestalten. Uns fiel aber die große Geduld auf, mit der die Kinder die Schlüsselwörter suchten und fanden – Peter Hacks‘ witziger Text und KCloggs einzigartige animierte Illustrationen schaffen es, die jungen Leseratten gespannt bei der Stange zu halten.

„Wir sind jedes Jahr total begeistert!“ Das Medienfestival 2014 kommt.

„Wir sind jedes Jahr total begeistert!“ Das Medienkulturzentrum Dresden zeigt, dass von „digitaler Demenz“ bei Kindern und Jugendlichen keine Rede sein kann

Am 15. und 16. November 2014 wird  Daktylos Media auf dem Medienfestival für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Dresden seine Meta Morfoß App der Öffentlichkeit vorstellen und die erste Lesequest der Welt gemeinsam mit Kindern und ihren Familien testen. Das App-Testing wird eine Station von vielen auf dem Festival sein, welches unter dem Motto „Ausprobieren, Informieren, Staunen“ alle einlädt, mit Medien aller Art kreativ zu werden. Veranstaltet wird das Ganze vom Medienkulturzentrum Dresden. Kirsten Mascher, Leiterin des Projektbüros des Medienkulturzentrums, erzählt im Gespräch mit Daktylos Media über die Ziele und Hintergründe dieses Riesenevents.

Pong Invaders Reality auf dem MB21-Festival 2011 / CC-BY-NC MB21 Marco Prill
Pong Invaders Reality auf dem MB21-Festival 2011 / CC-BY-NC MB21 Marco Prill

Feiert den Deutschen Multimediapreis mb21 auf dem Medienfestival 2014

Daktylos Media (DM): Was erwartet uns dieses Jahr beim Medienfestival, was sollte man auf keinen Fall verpassen?

Kirsten Mascher (KM): Na, das Medienfestival selbst! In diesem Jahr findet das Festival in den Technischen Sammlungen in Dresden statt. Das Museumsangebot und unser Angebot lassen sich wunderbar miteinander verknüpfen. Das Haus wird komplett mit medialen Projekten, Aktionen und Workshops bestückt sein. Es gibt ganz viel zum Selbermachen, kreativ Werden, Staunen, Ausprobieren, Informieren. Wir haben zum Beispiel einen Laser-Cutter und einen 3D-Drucker vor Ort, man kann kleine Roboter löten, Siebdruck-Aufkleber oder Laptop- und Handytaschen aus verschiedenen Materialien herstellen. Am Samstagabend werden wir im Innenhof der technischen Sammlungen auch wieder ein Street Game spielen: „Johann Sebastian Joust“. Ein anderes schönes Projekt ist „Drawdio“, hier wird der eigene Körper mit Hilfe der Technik zum Musikinstrument. Außerdem freuen wir uns über den MotionComposer, eine Art interaktive Bühne, in der kleinste Bewegungen Töne auslösen. Und dann werden natürlich die Siegerprojekte des Deutschen Multimediapreises mb21 sowie die Projekte der CrossMedia Tour  ausgestellt. Wir laden auch junge Preisträger unserer europäischen Partner-Wettbewerbe aus Ungarn, Österreich und der Schweiz nach Dresden ein.

DM: Du hast es schon angerissen: Auf dem Medienfestival werden jedes Jahr die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Multimediapreises mb21 ausgezeichnet. Was ist das Ziel des mb21?

KM: mb21 ist bundesweit der einzige Multimedia-Preis dieser Art für die Altersgruppe fünf  bis 25 Jahre. Er wird vom Medienkulturzentrum Dresden und dem Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum veranstaltet. Wir zeichnen Ideen und Produkte von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bereich Multimedia aus. Wir schauen dabei vor allem auf Kreativität und Ideenreichtum und fragen: Wer und was steckt hinter dem Projekt? Wie werden die Medien auf originelle Art und Weise miteinander verknüpft? Auch die Produktionsbedingungen spielen eine Rolle: Hat beispielsweise eine Sonderschule mit einer anderen Schule zusammengearbeitet?

DM: Wer nimmt am Deutschen Multimediapreis mb21 teil und was wird da eingereicht?

Kirsten Mascher, Leiterin des Projektbüros am Medienkulturzentrum Dresden. Foto: privat.
Kirsten Mascher, Leiterin des Projektbüros am Medienkulturzentrum Dresden. Foto: privat.

KM: Die jüngeren Kinder reichen gern Stop-Trick-Animationen ein, bei denen beispielsweise die Kuscheltiere aus dem Kindergarten zum Leben erweckt werden. Oder wir erhalten entzückende selbstgeschriebene Geschichten, die mit eigens produzierten Bildern und Tönen bestückt sind. In den älteren Altersgruppen finden YouTube Channels verstärkt ihren Weg zu uns. Hier artikulieren sich die Jugendlichen und stellen sich dar, hier wollen sie kommunizieren, anregen, aufregen, Fragen stellen. Außerdem sind wir jedes Jahr total begeistert, was an Computerspielen erstellt und eingereicht wird. Spielerische und praktische Zugänge finden Jugendliche auch in der Erstellung von Apps, zum Beispiel solche, die den Alltag erleichtern als auch mobile Spiele zur Stadterkundung. Und dann werden beim Wettbewerb auch Installationen eingereicht, in denen beispielsweise Mediales in den physischen Raum transportiert, Fragen gestellt und die Besucher der Installation irritiert und zum Nachdenken angeregt werden. Hier geht es in Richtung Medienkunst, mit der sich auch schon bereits zwölfjährige Teilnehmer beschäftigen. Und dann gibt es natürlich den Bereich der Computer-Animationsfilme, die uns jedes Jahr verzauben. Insgesamt kann man sagen, dass es manchmal die ganz einfachen Ideen sind, die den Benutzer oder Besucher mitreißen und begeistern.

DM: Was sagt ihr Eltern und Pädagogen, die Angst vor einem zu hohen Medienkonsum bei ihren Kindern haben oder neuen Geräten skeptisch gegenüberstehen und den Bildschirm lieber ausgeschaltet sehen?

Auf dem Medienfestival 2014 kann jeder die Meta Morfoß App testen. Foto: Daktylos Media
Auf dem Medienfestival 2014 können alle die Meta Morfoß App testen. Foto: Daktylos Media

KM: Wir empfehlen den Mediengebrauch zuzulassen und ihn zu begleiten, anstatt mit Verboten zu arbeiten . Denn dann enthalten wir unseren Kindern einen Bereich vor, der in unserem gesellschaftlichen Leben wichtig geworden ist. Medien gehören zu unserem Alltag dazu. Deshalb sollte der Umgang mit Medien neben anderen Beschäftigungen im Familienleben seinen Platz finden. Wir empfehlen, Medien gemeinsam „anzuschauen“, sich dafür zu interessieren, was ein Kind spannend findet und mit dem Computer macht. Ich denke, es ist wichtig im Gespräch zu bleiben, sich Dinge erklären zu lassen. Und Zeiten kann man ja festlegen: Es gibt Draußen-Zeiten, Essens- und Schlafenszeiten und eben auch Medienzeiten.

Medienkompetenz statt „digitaler Demenz“

DM: Was meinst du, wie ernst muss man Skeptiker nehmen, die vor der Digitalisierung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen warnen, gar von einer „digitalen Demenz“ sprechen …

KM: Für uns zeichnet sich jährlich beim Deutschen Multimediapreis und in unserer täglichen Arbeit ein anderes Bild. Es ist wichtig hinzuschauen, was Kinder und Jugendliche zu sagen haben und mit Medien machen. Und es ist für uns alle wichtig, medial auf dem Laufenden zu bleiben, um neue Entwicklungen zu verstehen, einordnen zu können und auf Risiken aufmerksam machen zu können. Nicht alle Kinder und Jugendliche werden von ihrem sozialen Umfeld so unterstützt, dass sie kompetent mit Medien umgehen können. Deshalb ist es ganz wichtig, dass Schule, außerschulische Einrichtungen und das Elternhaus offen sind und medienpädagogische Unterstützung erhalten.

SolarKreaturen basteln auf dem MB21-Festival 2012. Foto (c) Philipp Baumgarten
SolarKreaturen basteln auf dem MB21-Festival 2012. Foto (c) Philipp Baumgarten

DM: Warum bekommen deiner Meinung nach in Deutschland diese Stimmen so viel Gewicht in den Medien?

KM: Eigentlich wiederholt sich die Geschichte. Es tauchen immer wieder „neue“ Medien auf und eine damit verbundene Unsicherheit. Das Buch war auch eine Zeit lang in der Gesellschaft nicht gut angesehen. Sich mit neuen Medien auseinanderzusetzen hat etwas mit dem Alter zu tun und ob jemand damit aufwächst oder sich die Kenntnisse später mühsam aneignen muss. Ein Ziel unserer Arbeit ist, die Auseinandersetzung mit Medien zu unterstützen, die Strukturen und Funktionsweise von Medien zu erkennen. Dann kann man auch einschätzen, wo die positiven und negativen Seiten liegen und wie man sie nutzen kann. Medienkompetenz ist gleich Handlungskompetenz.

Das Team des Medienkulturzentrums steht bereit fürs Medienfestival 2014. Foto: Medienkulturzentrum Dresden
Das Team des Medienkulturzentrums steht bereit fürs Medienfestival 2014. Foto: Medienkulturzentrum Dresden

Medienpädagogik – jeden Tag aufs Neue staunen

DM: Was macht dir am meisten Spaß bei deiner Arbeit?

KM: Mich reizt, dass es immer was Neues gibt. Wir treffen ständig auf neue interessante Themen, das ist wundervoll. Es ist jedes Jahr überwältigend, mit welchen Themen Kinder und junge Erwachsenen sich auseinandersetzen. Da hat Pessimismus überhaupt keinen Platz. Man sieht eher, was sie sich für wichtige Gedanken machen und wie ernst sie sich mit bestimmten Themen auseinandersetzen. Das ist die schöne Seite. Die negativen Seiten meiner Arbeit sind, dass man sich ständig weiterbilden, sich ständig in die neuen Techniken reinarbeiten muss, das ist manchmal nervig. Manchmal möchte man einfach mal bei einer Sache verweilen und etwas ausbauen. Dies versuchen wir dann aber teilweise in zusätzlichen Projekten.

DM: Vielen Dank für das Interview. Und ganz viel Spaß und Erfolg beim Medienfestival! Wir sehen uns!

logo MKZD_wybór drugi_drukZur Info:
Das Medienkulturzentrum Dresden ist ein soziokultureller Verein, der seit 1993 medienpädagogisch arbeitet. Die Arbeit gliedert sich in vier Bereiche:
Die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) sind offene Sendekanäle, wo man den Umgang mit der Technik im Bereich Fernsehen und Radio und journalistische Grundlagen erlernen und mit eigenen Beiträgen loslegen kann.
Der sächsische Kita-Bildungsserver ist ein Portal für Fachkräfte aus dem Kitabereich und für Eltern.
Das Projektbüro (Leiterin: Kirsten Mascher) organisiert Großprojekte wie die CrossMedia Tour in Dresden und den Deutschen Multimediapreis mb21. Das Büro ist verantwortlich für alles, was Neue Medien anbelangt. Arbeitsthemen sind beispielsweise der kreative Umgang mit Computerspielen, mobiles Lernen oder der Umgang mit dem Internet.
Das Trickfilmstudio Fantasia ist ein eigener Verein, aber unter dem Dach des Medienkulturzentrums ansässig.
Die Arbeit des Medienkulturzentrums Dresden wird über die Stadt Dresden, die Sächsische Landesmedienanstalt und über verschiedene Stiftungen finanziert. Den Deutschen Multimediapreis mb21 finanziert das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend und die Stadt Dresden. Das Medienkulturzentrum ist Mitglied in verschiedenen Netzwerken: Netzwerk deutscher Medienzentren, Netzwerk für Medienpädagogik in Sachsen und Netzwerk Medienbildung Dresden.

„Ich freue mich darüber, wie nachhaltig die Kinder mit den iBooks lernen”

Die meisten Kinder wachsen heute selbstverständlich mit mindestens einem Smartphone oder Tablet im Haushalt auf. Nach und nach wird der Schulpolitik bewusst, dass man die Wissensvermittlung an die heutige Lebenswelt der Kinder anpassen muss. So will beispielsweise Sachsen ab 2015 mit dem Pilotprojekt “Klassenzimmer der Zukunft” Tablets im Unterricht einsetzen. Bisher tut dies nur etwa ein halbes Prozent aller Schulen in Deutschland regelmäßig. Im Interview mit Daktylos Media erzählt die Grundschullehrerin und iPad-Expertin Andrea Muschkowski, wie Kinder an ihrer Düsseldorfer Grundschule mit den smarten Geräten lernen.

Daktylos Media (DM): Liebe Frau Muschkowski, wir freuen uns sehr und danken Ihnen dafür, dass Sie sich bereit erklärt haben, uns über Ihre Arbeit mit dem iPad in der Grundschule zu erzählen! Bitte stellen Sie sich kurz vor!

Andrea Muschkowski
Andrea Muschkowski
Foto: privat

Andrea Muschkowski (AM): Mein Name ist Andrea Muschkowski und ich unterrichte seit zehn Jahren die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Sport und katholische Religion an einer Grundschule im Düsseldorfer Norden. Außerdem entwickele ich Unterrichtsmaterialien für das Fach Deutsch und biete Fortbildungen zum Thema “Lehren und Lernen mit dem iPad” an.

DM: Wann und wie sind Sie das erste Mal mit einem Tablet in Berührung gekommen und wie kam es dazu, dass Sie mit iPads im Unterricht arbeiten?

AM: Im November 2011 stand fest, dass unsere Schule an der Initiative „Medienpass NRW“ teilnehmen und im Zuge dessen durch den Schulträger mit 22 iPads ausgestattet wird. Der Förderverein schaffte drei Lehrergeräte zur Unterrichtsvorbereitung an und zwei Kolleginnen und ich setzten sich mit dem iPad als neues, mobiles Endgerät auseinander, erprobten Apps, entwickelten Unterrichtsmaterialien und planten kleinere Projekte. Mit viel Vorfreude und dem Anliegen, unseren Schülerinnen und Schülern Medienkompetenzen zu vermitteln, kam es im Februar 2012 dann endlich zum Rollout der Schülergeräte und zur konkreten Umsetzung geplanter Vorhaben.

DM: Welche Projekte gab es schon an Ihrer Schule?

AM: In einem ersten Schritt wurden gemeinsam mit den Kindern Regeln im Umgang mit den iPads erarbeitet, ausgewählte Apps handlungsorientiert erprobt sowie erste Unterrichtsprojekte initiiert. Beispielsweise recherchierten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Thema „Der heimische Wald“ im Internet, erstellten erste digitale Mindmaps oder fotografierten und filmten mit den iPads während eines Waldbesuchs oder dokumentierten Interviews mit dem Waldpädagogen. Mit diesen Informationen und den selbst erzeugten Medien entwickelten die Kinder ihre ersten digitalen Präsentationen (Keynotes). Mit Hilfe der Kamera übten sie ihren Vortrag anhand ausgewählter Kriterien. Später präsentierten sie ihre Ergebnisse stolz vor der Klasse via AppleTV.

DM: Wie setzen Sie multimediale Inhalte gezielt für Ihre Arbeit ein?

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Unterricht mit dem iPad in einer Düsseldorfer Grundschule
Foto: Andrea Muschkowski

AM: Ich finde es sinnvoll, sich auf wenige, grundlegende Apps wie beispielsweise Pages, Keynote, iMovie, GoodNotes, BookCreator, Popplet und BaiBoard zu beschränken und damit Content selbstständig zu entwickeln. Das iPad sollte als ein ergänzendes (all in one) Werkzeug, das effizientes, intuitives und vor allem handelndes, mobiles, aber auch barrierefreies Lernen ermöglicht, verstanden und eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund sehe ich vor allem in der Auseinandersetzung mit interaktiven Büchern (iBooks) eine große Chance, da diese kompetenzorientiertes, individuelles und vor allem auch nachhaltiges Lernen in besonderem Maße ermöglichen. Deutschsprachige iBooks für Kinder im Grundschulalter existieren allerdings kaum beziehungsweise sie genügen meinen inhaltlichen und didaktischen Ansprüchen häufig nicht. Deshalb entwickele ich selbst seit 2012 regelmäßig thematische iBooks, die interaktiv und multimedial sind und die unterschiedlichen Sinne und Lerntypen berücksichtigen. Sie integrieren verschiedene Filme, Fotogalerien, Hörtexte, Hyperlinks sowie interaktive Quiz und Aufgaben mit Multi-Touch-Elementen. Für mich als Lehrerin ist es eine große Freude zu beobachten, wie hochmotiviert, eigenverantwortlich und nachhaltig die Schülerinnen und Schüler mit den iBooks lernen.

DM: Meinen Sie, dass man „lesemüde“ Kinder über das Tablet für Literatur und Lesen begeistern kann?

AM: Lesen ist eine Basiskompetenz für die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Da Kinder in ihrer Grundschulzeit über sehr unterschiedliche Lesefähigkeiten verfügen, ist es die Aufgabe der Schule, ihnen Unterstützungen – vor allem durch die Herstellung einer für sie angenehmen wie auch nützlichen Lesekultur – anzubieten. Sicherlich können das Tablet und ausgewählte Apps oder Lese(lern)programme dazu beitragen, die Entwicklung der Lesefähigkeit zu unterstützen beziehungsweise die Lesekompetenzen der Schülerinnen und Schüler auszubilden, sofern sie dadurch das Lesen als freudvoll und bereichernd erfahren.

DM: Wie ist Ihre Erfahrung: Haben Kinder – möglicherweise Jungen – durch die neuen technischen Möglichkeiten einen besseren Zugang zu kulturellem Wissen und Bildung?

AM: Sicherlich können digitale Medien dazu beitragen, dass Kinder einen besseren beziehungsweise differenzierteren Zugang zu Wissen und Bildung erhalten. Bei der bloßen Nutzung von Medien können Schülerinnen und Schüler mediale Inhalten und Aussagen allerdings noch lange nicht angemessen einschätzen. Dafür brauchen sie die erforderlichen Medienkompetenzen. Kinder sollen zu Hause und in der Schule dazu angeleitet werden, Informationen und mediale Vermittlung zu hinterfragen und zu lernen, wie sie sich sicher und verantwortungsvoll in der „digitalen Welt“ bewegen können.

DM: Was meinen Sie, ist es möglich und erstrebenswert, dass der Wissenserwerb mithilfe der neuen Technologien stattfindet und nicht mehr über traditionelle Lehrformen wie den klassischen akademischen Unterricht?

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Biologieprojekt mit dem Arbeitsmittel iPad
Foto: Andrea Muschkowski

AM: Die Welt um uns herum verändert sich und damit einhergehend natürlich auch die Anforderungen an das Lehren und Lernen. Traditionelle Lehrformen sollten durch den Einsatz innovativer Technologien nicht ersetzt, sondern erweitert werden. Computer und Tablets sind kein Ersatz für die Bewegung in der Natur, das Schreiben mit einem Stift oder das Spielen eines Instruments. Ihr ausschließlicher Einsatz in der Grundschule wäre verheerend. Dennoch bieten neue Technologien eine Vielzahl an Möglichkeiten, selbstständiges, eigenverantwortliches, projektorientiertes, exploratives und kollaboratives Lernen zu implementieren. Bestenfalls gestalten Schülerinnen und Schüler ihr Lernen mit, verstehen Zusammenhänge und erwerben Kompetenzen, die in einer Welt, in der die Anzahl der verfügbaren Inhalte und Informationen unaufhörlich wachsen, immer wichtiger werden.

DM: Vielen Dank für dieses Interview. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Arbeit!

Links zum Thema Tablets im Unterricht

Andrea Muschkowski: „Biologie im Sachunterricht der Grundschule. Eine multimediale Unterrichtsreihe zum Thema Schnecken – Grundschulkinder lernen interaktiv mit Hilfe eines thematischen iBooks“. In: Biologie 2.0 – Kompetenzorientierung und Medieneinsatz (PDF)

Lernen mit digitalen Medien. Medienbrief Nr. 02 des Zentrum für Medien und Bildung, 02/2013 (PDF)

Sachsen startet ins Klassenzimmer der Zukunft

Informationswebsite Tablet in der Schule

Lernen mit dem iPad – Tablets in Lehre und Unterricht (hier findet man Links zu Projektschulen)

„Baut die beste Lese-App, die ihr euch vorstellen könnt!“ Interview mit Lolli

Dieser Tage hat uns eine besondere Mail erreicht: „Hallo Anna, ich sehe, ihr macht eine Menge Wind wegen eurer App. Ich finde das alles richtig gut. Ihr habt da Bock drauf und wisst, wovon ihr redet. Ich verfolge das ganz aufmerksam.“ Das schrieb uns Lolli, ein guter Bekannter aus wilden Jugendtagen. Bevor wir Daktylos Media überhaupt offiziell gründeten, hat er uns bereits mit vielen nützlichen Tipps für Startupper und Crowdfunder zur Seite gestanden und war dann auf Startnext einer der ersten Fans und Unterstützer unserer Meta Morfoß App. Nun schlug er vor, uns für den erfolgreichen Abschluss des Crowdfundings ein Darlehen in fünfstelliger Höhe zur Verfügung zu stellen. Für uns ist dies eine der größten Überraschungen in unserem Leben! Glücklicherweise erwischen sie einen manchmal und dann eröffnen sie völlig neue, völlig unerwartete Perspektiven. Dann fühlt man sich nicht mehr als Schildkröte, die versucht Rollschuh zu fahren, sondern als fabelhafter Drache, der endlich in die Luft steigen und losfliegen darf.

Im Interview mit Daktylos Media erzählt Lolli, warum er sich zu diesem für beide Seiten enormen Schritt entschlossen hat.

Meta Morfoss App Daktylos Media #MetaCrowd Lolli
Dank Lolli kann Meta Morfoß endlich einmal so richtig losdampfen!
Illustration: KClogg (c) Daktylos Media

„Mit nichts“ angefangen

Daktylos Media (DM): Lieber Lolli, du verfolgst von Anfang an unsere Idee, innovative Kinderbuch-Apps in die Welt zu bringen. Bald endet unsere Crowdfunding-Kampagne auf Startnext und nun kam dein überraschendes Angebot, dass du uns für einen erfolgreichen Abschluss mit einem Darlehen unterstützen willst. Wir sind baff und total glücklich und danken dir für dein großes Vertrauen in uns und unser Projekt!
Erzähl: Warum hast du dich für diesen Schritt entschieden?

Lolli (L): Ich hab selber mal „mit quasi nichts“ angefangen. Ich war sogar im Dispo bei der Sparkasse. Ich hatte aber die Idee mit dem Hostel und es gab damals zwei Leute, die mich unterstützt haben. Meine Mutter mit einem bestimmten Betrag und vor allem meine damalige Freundin. Sie ist das dritte Kind ihrer Familie. Und die erste Tochter hatte sich mal von ihrer Mutter Geld geborgt, und etwas mehr zurückgezahlt, danach die nächste Tochter und zuletzt eben meine Freundin, die mich und meine Idee mit dem Geld unterstützte. Ich hatte damals nichts, keine Sicherheiten und aus heutiger Sicht auch keine Ahnung. Aber es hat erfreulicherweise funktioniert. Ich betreibe mein Hostel nun seit mehr als 13 Jahren, es ist meine Lebensgrundlage und ein Job, der mir viel Spaß macht, mir viele Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Glücklicherweise war ich in der Lage, das geborgte Geld relativ schnell wieder zurückzuzahlen. Ich denke, man kann mit verhältnismäßig kleinen Summen eine Menge ermöglichen, und ich freue mich, wenn mutige Unternehmer eine Chance bekommen können.

Lolli Daktylos Media
Lolli mit seinem Sohn

Mit dem Crowdfunding für die Meta Morfoß App eine Lücke im Verlagsgeschäft füllen

DM: Was gefällt dir an der Meta Morfoß App? Was würdest du dir noch von uns wünschen?

L: Ich mag die Idee der anspruchsvollen Verbindung von Lesestoff mit den Möglichkeiten aktueller Technologien. Ich denke, hierin liegt ein großes Potential und eine Lücke, die innovative Gründer schneller und besser füllen können als große Verlage. Ich wünsche euch eine konsequente Umsetzung eurer Ideen. Baut die beste Lese-App, die ihr euch vorstellen könnt!

DM: Du hast auch Crowdfunding-Projekte durchgeführt. Würdest du „es wieder tun“ – und wenn ja, wie?

L: Ich hatte damit persönlich leider keine gute Erfahrung gemacht. Unser Projekt, die Kofinanzierung eines kostenlosen USE-IT Stadtplanes von Dresden für jugendliche Touristen, war zwar am Ende glücklicherweise erfolgreich. Aber der Aufwand dafür war immens. Es wäre effektiver gewesen, für den Betrag ganz normal arbeiten zu gehen und das damit verdiente Geld zu verwenden, als mit mehr Zeitaufwand Unterstützungen übers Crowdfunding zu sammeln.
Man hört immer solche Erfolgsgeschichten, wo irgendwelche Projekte Hunderttausende einsammeln. Das sind aber Leuchttürme. Für viele sehr gute Crowdfunding Projekte gibt es leider zu wenig Unterstützung.
Deswegen helfe ich euch auch gern, einfach, weil ich weiß, wie mühselig das ist und was ihr alles schon getan habt, um eurem Projekt zum Erfolg zu verhelfen. Auch wenn das natürlich nicht zählt: Ich finde, ihr habt den Erfolg verdient!

Was Start-ups für den Erfolg brauchen

DM: Was sind für dich drei wichtige Punkte für ein erfolgreiches Start-up?

L: Eine gute Idee haben und daran glauben. Auf Feedback und Erfahrungen reagieren und sein Projekt entsprechend an die Gegebenheiten immer neu anpassen. Gewinnen heißt einmal mehr aufzustehen, als man gefallen ist.

DM: Du bist selbst Unternehmer. Was genau machst du und wie sind dein Pläne für die nächste Zeit?

L: Ich betreibe das Hostel Lollis Homestay in Dresden und das Labyrinth Hostel in Weimar. Ich bin bei beiden Häusern allerdings nicht mehr im täglichen Ablauf involviert. Meine aktuelle Aufgabe ist das Backpacker Network Germany, der Verband der unabhängigen, privat geführten Hostels in Deutschland. Wir haben vor wenigen Wochen unsere neue Webseite gelauncht und da gibt es auch noch weiterhin viel Entwicklungspotential. Ich vertrete die Interessen der Hostels gegenüber der Politik, es gibt verschieden Treffen der Hostels, die ich organisiere, Flyer, Plakate, Pressearbeit, also ganz verschiedene Sachen, um die Idee des selbständigen, preisgünstigen und individuellen Reisens zu promoten. Wer in Deutschland preisgünstig übernachten will: Seht auf unsere Seite, wir haben ganz viele, ganz tolle Hostels in Deutschland, in denen ihr immer interessante Leute aus der ganzen Welt treffen könnt!

DM: Vielen Dank, Lolli, für dieses Interview! Wir hoffen, dass wir dir und deinem Sohn sehr bald die Meta Morfoß App aufs Tablet liefern können und wünschen dir alles Gute!

#MetaCrowd: Der Pirat im Antiquariat

Im April hatten wir eine schöne Konversation auf Twitter mit Bruno Gert Kramm, Pirat und Kulturverfechter sowie Fan und Supporter der Meta Morfoß App!

 

 

 

 

Daktylos Media auf der Leipziger Buchmesse 2014

Die letzten Tage und Wochen waren so mit Ereignissen angefüllt, dass ich ständig das Gefühl hatte: 48 Stunden komprimiert in 24, Nachtruhe fällt weg, Grundstimmung dabei positiv und euphorisch.

Anfang Februar suchte ich im Programm der Leipziger Buchmesse mit dem Schlüsselwort „App“ und stieß auf eine einzige Veranstaltung: „Alles nur App-etitmacher oder doch mehr? Kinder-Tablets, Lese-Apps und Co. für die Bücherfans von morgen“ – wie für uns gemacht! Sofort schrieb ich René Wagner (hoerbuch-seminare.de) an, den Moderator, und stellte unseren Verlag und unser erstes Projekt vor. Er antwortete umgehend und lud mich mit aufs Podium ein. Freudenhüpfer im Dresdner Wohnzimmer! Von René erfuhr ich, dass meine Gesprächspartnerinnen Karen Ihm von der Stiftung Lesen und Henrike Friedrichs, Medienpädagogin an der Uni Bielefeld, sein würden. Mit der Stiftung Lesen hatte ich auch im Vorfeld schon zu tun, sie wird mit einer Rezension nach dem Release Eltern hoffentlich unsere Meta Morfoß App ans Herz legen.

Vor zwei Wochen bekam ich den Führerschein, und so lieh ich mir gleich letzte Woche ein Auto aus, um damit nach Leipzig zur Buchmesse zu brausen mit dem Vorsatz, ganz viele Leute zu treffen, Veranstaltungen zu besuchen und alles zu betwittern und bei Facebook abzubilden. Auf der Messe angekommen musste ich meine Pläne diesbezüglich etwas herunterschrauben: WLAN gab es zwar in jeder Halle, aber nur an jeweils einem Hotspot,  und für die Nutzung des flächendeckenden WLAN-Netzes hätte ich noch einmal einen zweistelligen Betrag zahlen müssen. Deutschland? Medienbranche? Leider funktionierte auch das Handy als Router fürs iPad nicht immer zuverlässig. Aber das alles beiseite, nach und nach fand ich in einen Rhythmus, traf Caspar Armster und Anna Karina Birkenstock vom Tilda Marleen Verlag, trank einen Cappuccino mit Louise Carleton-Gertsch (LCG Media), die ich schon so lange kennenlernen wollte, schaute bei Britta Jürgs vom AvivA Verlag vorbei (meiner ersten Arbeitgeberin in der Branche), und nicht zuletzt stattete ich natürlich dem Eulenspiegel Verlag einen Besuch ab. Abends kam ich nach einer kleinen Odyssee durch Leipzig (noch einmal werde ich nicht vergessen vor der Autofahrt mein Handy-Navi aufzuladen) doch endlich noch im pub’n pub an, wo ich viele nette Leute traf, die alle “was mit Büchern machen”. Am nächsten Morgen lernte ich auch Stefanie Leo von dem mittlerweile traditionsreichen Blog buecherkinder.de kennen. Ich hoffe sehr, dass sich mit ihr irgendeine fruchtbare Zusammenarbeit ergibt, Ideen habe ich schon …

Teil 1 der Videoaufzeichnung “Alles nur App-etitmacher?” auf der Leipziger Buchmesse 2014

Teil 2 der Videoaufzeichnung “Alles nur App-etitmacher?” auf der Leipziger Buchmesse 2014

Am Freitagnmittag dann startete unsere Veranstaltung auf dem Forum Hörbuch und Literatur in Halle 3. Hier konnte ich unseren Verlag, unsere Meta Morfoß App und die Crowdfunding-Kampagne vorstellen. Die Veranstaltung war gut besucht, alle Plätze waren besetzt, einige der Zuhörer*innen standen sogar. Viel mehr erzählen muss ich hier nicht – dafür haben wir ja alles auf Video aufgezeichnet. Vielen Dank an dieser Stelle an meine Freundin Olga Vostretsova, die sich um die Aufnahme gekümmert hat!

Crowdfunding für die Meta Morfoß App – Beginn der Startphase!

Startnext-banner

Ab heute läuft unsere Crowdfunding-Kampagne auf Startnext.de. Mit dem Funding wollen wir die Fertigstellung unserer Meta Morfoß App finanzieren.

Jetzt läuft die Startphase der Kampagne. Mit ihr lenkt man die Aufmerksamkeit auf das Projekt und sammelt Fans. Wenn wir 100 Fans für unser Projekt gesammelt haben, kann die Finanzierungsphase beginnen.Und hier ist nun endlich das lang erwartete Pitch Video!
Darin könnt ihr auch sehen, wie unser App-Prototyp funktioniert.

Unterstützt unser Projekt, das die wunderbare Erzählung Meta Morfoß von Peter Hacks in eine einmalige Buch-App für Kinder und Literaturliebhaber bringt!
Es gibt viele gute Gründe dafür. Hier sind einige:

  1. Unsere Meta Morfoß App verbindet gute Literatur – keine Adaption, keine Nacherzählung – mit originellen Illustrationen und gutem Design.
  2. Wir haben die “Lesequest” entwickelt, ein ganz neues App-Format. Die animierten Illustrationen lenken hier nicht wie bei anderen Kinderbuch-Apps vom Text ab, sondern können erst über das Lesen aktiviert werden.
  3. In der App kann man zwischen Deutsch, Russisch und Englisch umschalten. Und als Stretch Goal, also wenn mehr Geld gespendet wird als erwartet, planen wir noch weitere Sprachversionen hinzuzufügen, beispielsweise Spanisch!
  4. Auf Deutsch gibt es bisher keine innovativen Buch-App-Angebote für Kinder im Lesealter wie überhaupt Leseangebote für diese Altersgruppe in den Stores fehlen. Wir bieten eine Buch-App für Kinder ab acht Jahren. Nach oben gibt es keine Altersbegrenzung, auch für Literaturkenner und -liebhaber ist die Meta Morfoß App eine wunderbares Schatzkästlein auf dem Tablet!
  5. Unser originelles Experiment soll den Spaß am Lesen mit dem Spaß an der Technik verbinden.

Nun brauchen wir euch: Geht auf www.startnext.de/meta-morfoss-app und werdet unser Fan! Wir brauchen 100 Fans, damit die Finanzierungsphase starten kann. Fan unseres Projekts zu sein verpflichtet euch nicht zur Spende! Mit einem Facebook oder Google+ Account könnt ihr auch Fan werden ohne euch bei Startnext zu registrieren.

Mit wem wir arbeiten. Teil 1: Der Illustrator

Nachdem wir geklärt hatten, welchen Text wir für die App nehmen wollen, und uns für Meta Morfoß von Peter Hacks entschieden haben, kam die Frage: Wie sollen die Illustrationen dazu aussehen? Eine klare Struktur der App hatten wir noch nicht vor Augen, aber es war natürlich klar, dass dieses Buch Bilder haben sollte. Und wir begannen zu suchen. Die Website illustrators.ru ist eine wunderbare Ressource, hier kann man die Suchparameter einstellen, beispielsweise dafür, dass jemand mit Vektorgrafik arbeiten soll oder eine bestimmte Technik oder einen bestimmten Stil verwendet. Ebenso haben wir andere Portfolio-Ressourcen genutzt – eine gute Adresse ist da auch behance.net.

Nach einem Illustrator für ein Buch zu suchen ist eigentlich so, als ob man einen Anwalt, Babysitter oder Zahnarzt auswählt – man muss Vertrauen haben. Wir fanden ungefähr 10 Illustratorinnen und Illustratoren, die in die Auswahl kamen. Wir überlegten zuerst, eine Ausschreibung zu machen. Aber als wir dann zu zweit am Computer saßen und in den Bildern “blätterten”, trafen wir die Entscheidung sofort, wir lagen auf einer Wellenlänge. Und eigentlich ohne große Erörterungen sagten wir fast einstimmig: Neeee, das ist nicht das Richtige. Oder: Na guuut, lass es uns später noch mal anschauen. So siebten wir immer weiter aus und legten das Ausgesiebte beiseite, bis nur noch einer übrig blieb: Maxim Litvinov aka Кclogg.

(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg

Parallel arbeiteten wir an der Grundidee und -struktur der App. So erschienen auf jeder Seite (auf jedem Screen) die Illustrationen und wurden mit dem Text zu einem interaktiven Mechanismus verbunden.

Wir hatten noch kein Storyboard, wir lasen von neuem Hacks’ Text und schauten uns immer wieder Maxims Portfolio an, es blieb kein Zweifel mehr. Zwischendurch sagten wir uns: “Stell dir vor, wie er den Lehrer Dr. Pauli zeichnen wird!” Oder: “Schau mal, so sollte Meta aussehen!”

Jetzt wissen wir, dass die Illustrationen in der gemeinsamen Arbeit entstehen. Während wir mit Maxim am Prototypen arbeiteten, testeten wir den Zugang zueinander aus – wir suchten nach einer gemeinsamen Sprache, einer gemeinsamen Welle, versuchten zwei Vorstellungen miteinander zu vereinbaren, unsere Idee mit seinen schöpferischen Impulsen.

Dass wir über die Entfernung mit unseren Mitarbeitern arbeiten, also nicht direkt miteinander kommunizieren können, hat seine Vorteile. Wir laden Freiberuflerinnen und Freiberufler ein, die am besten zu unserem Projekt passen.

Meta Morfoss sketch (c) Daktylos Media
Meta Morfoss sketch (c) Daktylos Media

An einigen Figuren haben wir lange gesessen, es hat gedauert, bis Meta oder Herr Maffrodit, die Tante, ihre endgültige Form bekommen haben. Aber der Müllfahrer Karsunke und der Lehrer Dr. Pauli sind an einem Tag entstanden. Da wir einen bestimmten Stil, die 1970er Jahre, in die App bringen wollen, haben wir viel Zeit damit verbracht, die passende Mode für unsere Figuren zu finden.

Vor uns liegt noch viel Arbeit. Bisher haben wir für den Prototyp zwei funktionierende Screens (von zwanzig) erstellt. Also, ran an die Arbeit! Und wünscht uns Erfolg!!

Buch-Apps: Interaktives Lesen auf Tablet-Computern

Versunken folgen wir den schwarzen Zeichenketten, fühlen das Papier der Buchseiten und hören sie rascheln – so sah und sieht Lesen aus, seit es gedruckte Bücher gibt. Was wird daraus werden?

Es gab viele erschrockene Reaktionen, als 2010 Alice for the iPad erschien, eine der ersten Buch-Apps für mobile Endgeräte. Mit der App-Adaption von Lewis Carrolls Kinderbuch-Klassiker landete Atomic Antelope dennoch einen Riesenerfolg: Durch Schütteln, Tippen und Wischen animiert die App John Tenniels bekannte Illustrationen. Chris Stevens, der Chef dieses jungen britische Verlags, schob seine Kritiker einfach in die Ecke der Ewiggestrigen ab: In der klassischen Buchbranche würde niemand verstehen, dass längst eine neue Zeit angebrochen sei, deren ungeahnte technologische Möglichkeiten es auszuschöpfen gelte, statt sie zu verdammen. Ein Kind, das vielleicht kein gedrucktes Buch in die Hand nehmen würde, könnte über das mediale Format einer App möglicherweise überhaupt erst für Literatur begeistert werden.

Verführerische Zeitdiebe

Spätestens seit das erste iPad auf den Markt kam, ist klar geworden, dass die Neukonzeption des Buches durch digitale Technologien weit über das E-Book hinausgeht. Anders als das E-Book, bei dem es sich um ein Dateiformat für elektronische Bücher handelt, dessen Lesbarkeit zurzeit meistens noch abhängig vom Lesegerät ist, wird eine Buch-App für ein bestimmtes Betriebssystem programmiert. Sie kann über die App-Stores auf mobile Geräte mit dem jeweiligen System heruntergeladen werden. Schon jetzt gibt es in deutschen Haushalten zehnmal mehr Tablets als E-Reader und zunehmend wird auf mobilen Computern gelesen. Kinder wachsen heute selbstverständlich mit diesen Geräten auf. Durch ihre einfache Bedienung und den hohen Unterhaltungswert sind sie verführerische Zeitdiebe und werden nicht zu Unrecht als Gefahr für das Lesen von Büchern gesehen. Aber gleichzeitig bieten sie große Chancen, Inhalte auf bequeme, attraktive und spielerische Weise vermitteln zu können – beispielsweise in Form von Buch-Apps.

(c) Daktylos Media
(c) Daktylos Media

In den großen Online-Stores tragen viele Apps das Wort „Buch“ oder „book“ in ihrer Bezeichnung. Der Begriff „Buch-App“ ist nicht eindeutig. Definiert man als „Buch“ ein mediales Format, bei dem das Geschichtenerzählen im Mittelpunkt steht und es durch eine professionelle ästhetische Gestaltung vermittelt wird, so bleiben in der Kategorie „Bücher“ in den App-Stores nur wenige Anwendungen übrig. Viele Angebote für Kinder stellen sich als Spiele heraus. Hinzu kommt, dass die grafische Gestaltung oft weit unter dem Niveau gedruckter Bücher bleibt. Solche Anwendungen sind dafür aber meistens kostenlos zu haben – im Gegensatz zu den guten, aufwendig gestalteten Buch-Apps. Produkte, die diese Bezeichnung verdienen, bieten ein anspruchsvolles Design und eine Geschichte, deren Erleben um mehrere Dimensionen erweitert wird: durch die physische Interaktion sowie durch Features wie Voice-over, Soundeffekte, Musik, animierte Illustrationen und Spiele. Im Team arbeiten Programmleiter, Autoren, Redakteure, Übersetzer und Illustratoren mit Komponisten, Musikern, Sprechern, Designern für Grafik, Sound, User Interface und User Experience sowie mit Gamedesignern und Programmierern zusammen.

Hohe Kosten, hohes Risiko

Auch nach dem Release einer Buch-App ist der Arbeitsprozess nicht abgeschlossen. In engem Austausch mit den Kunden wird die App verbessert und oft durch neue Features aufgewertet. Buch-App-Projekte brechen die Grenzen klassischer Verlagsarbeit auf. Sie sind aufwendig und kostspielig. Mit ihrer Produktion sind deshalb meist nicht klassische Verlage, sondern oft Firmen aus der Kommunikations- und Unterhaltungsbranche beschäftigt, die Auftragsarbeiten umsetzen und über ein hohes Marketing-Budget verfügen. Das Risiko, dass nach dem Buch-App-Release die Produktionskosten im durchschnittlich fünfstelligen Bereich nicht wieder eingespielt werden, ist hoch.

Buch-App-Pionierarbeit in Deutschland

In Deutschland gehört der Oetinger Verlag zu den wenigen, die sich an die eigene Entwicklung von Buch-Apps gewagt haben. Mit dem Tigerbooks-Format hat Oetinger ein App-Format entwickelt, mit dem er nach und nach seine Erfolgstitel wie Der Regenbogenfisch oder Der kleine Eisbär in interaktive Erlebnisbücher umsetzt. Diese können über die eigens dafür entwickelte Tigerbooks-Buchladen-App heruntergeladen und gelesen werden. Mit dem geplanten Release der TigerCreate-Software im Frühjahr 2014 will der Oetinger Verlag in Zusammenarbeit mit der Tigerbooks Media GmbH die von der Verlagsbranche lang ersehnte Lösung liefern, mit der es möglich werden soll, Buch-Apps für alle relevanten mobilen Betriebssysteme zu exportieren.

Eine Buch-App ist für die klassische Verlagsbranche eine relativ neue Produktvision, die ausgelotet und ausprobiert werden will. Damit ein Buch auch als App zum Lesen und Geschichtenerleben anhält, sind kreative und originelle Konzepte gefragt. Voraussichtlich werden aber Buch-Apps für die Lesenden die klassischen Bücher nicht ersetzen, sondern eher ergänzen. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Inhalt wie Buch-Apps wird in den nächsten Jahren sicherlich steigen – spätestens dann, wenn ein Tablet wie ein Handy selbstverständlich zu jedem Haushalt dazugehören wird.


Anna Burck
(C) Goethe-Institut Januar 2014
Der Artikel ist ursprünglich erschienen auf www.goethe.de.


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