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„Wir sind jedes Jahr total begeistert!“ Das Medienfestival 2014 kommt.

„Wir sind jedes Jahr total begeistert!“ Das Medienkulturzentrum Dresden zeigt, dass von „digitaler Demenz“ bei Kindern und Jugendlichen keine Rede sein kann

Am 15. und 16. November 2014 wird  Daktylos Media auf dem Medienfestival für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Dresden seine Meta Morfoß App der Öffentlichkeit vorstellen und die erste Lesequest der Welt gemeinsam mit Kindern und ihren Familien testen. Das App-Testing wird eine Station von vielen auf dem Festival sein, welches unter dem Motto „Ausprobieren, Informieren, Staunen“ alle einlädt, mit Medien aller Art kreativ zu werden. Veranstaltet wird das Ganze vom Medienkulturzentrum Dresden. Kirsten Mascher, Leiterin des Projektbüros des Medienkulturzentrums, erzählt im Gespräch mit Daktylos Media über die Ziele und Hintergründe dieses Riesenevents.

Pong Invaders Reality auf dem MB21-Festival 2011 / CC-BY-NC MB21 Marco Prill
Pong Invaders Reality auf dem MB21-Festival 2011 / CC-BY-NC MB21 Marco Prill

Feiert den Deutschen Multimediapreis mb21 auf dem Medienfestival 2014

Daktylos Media (DM): Was erwartet uns dieses Jahr beim Medienfestival, was sollte man auf keinen Fall verpassen?

Kirsten Mascher (KM): Na, das Medienfestival selbst! In diesem Jahr findet das Festival in den Technischen Sammlungen in Dresden statt. Das Museumsangebot und unser Angebot lassen sich wunderbar miteinander verknüpfen. Das Haus wird komplett mit medialen Projekten, Aktionen und Workshops bestückt sein. Es gibt ganz viel zum Selbermachen, kreativ Werden, Staunen, Ausprobieren, Informieren. Wir haben zum Beispiel einen Laser-Cutter und einen 3D-Drucker vor Ort, man kann kleine Roboter löten, Siebdruck-Aufkleber oder Laptop- und Handytaschen aus verschiedenen Materialien herstellen. Am Samstagabend werden wir im Innenhof der technischen Sammlungen auch wieder ein Street Game spielen: „Johann Sebastian Joust“. Ein anderes schönes Projekt ist „Drawdio“, hier wird der eigene Körper mit Hilfe der Technik zum Musikinstrument. Außerdem freuen wir uns über den MotionComposer, eine Art interaktive Bühne, in der kleinste Bewegungen Töne auslösen. Und dann werden natürlich die Siegerprojekte des Deutschen Multimediapreises mb21 sowie die Projekte der CrossMedia Tour  ausgestellt. Wir laden auch junge Preisträger unserer europäischen Partner-Wettbewerbe aus Ungarn, Österreich und der Schweiz nach Dresden ein.

DM: Du hast es schon angerissen: Auf dem Medienfestival werden jedes Jahr die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Multimediapreises mb21 ausgezeichnet. Was ist das Ziel des mb21?

KM: mb21 ist bundesweit der einzige Multimedia-Preis dieser Art für die Altersgruppe fünf  bis 25 Jahre. Er wird vom Medienkulturzentrum Dresden und dem Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum veranstaltet. Wir zeichnen Ideen und Produkte von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bereich Multimedia aus. Wir schauen dabei vor allem auf Kreativität und Ideenreichtum und fragen: Wer und was steckt hinter dem Projekt? Wie werden die Medien auf originelle Art und Weise miteinander verknüpft? Auch die Produktionsbedingungen spielen eine Rolle: Hat beispielsweise eine Sonderschule mit einer anderen Schule zusammengearbeitet?

DM: Wer nimmt am Deutschen Multimediapreis mb21 teil und was wird da eingereicht?

Kirsten Mascher, Leiterin des Projektbüros am Medienkulturzentrum Dresden. Foto: privat.
Kirsten Mascher, Leiterin des Projektbüros am Medienkulturzentrum Dresden. Foto: privat.

KM: Die jüngeren Kinder reichen gern Stop-Trick-Animationen ein, bei denen beispielsweise die Kuscheltiere aus dem Kindergarten zum Leben erweckt werden. Oder wir erhalten entzückende selbstgeschriebene Geschichten, die mit eigens produzierten Bildern und Tönen bestückt sind. In den älteren Altersgruppen finden YouTube Channels verstärkt ihren Weg zu uns. Hier artikulieren sich die Jugendlichen und stellen sich dar, hier wollen sie kommunizieren, anregen, aufregen, Fragen stellen. Außerdem sind wir jedes Jahr total begeistert, was an Computerspielen erstellt und eingereicht wird. Spielerische und praktische Zugänge finden Jugendliche auch in der Erstellung von Apps, zum Beispiel solche, die den Alltag erleichtern als auch mobile Spiele zur Stadterkundung. Und dann werden beim Wettbewerb auch Installationen eingereicht, in denen beispielsweise Mediales in den physischen Raum transportiert, Fragen gestellt und die Besucher der Installation irritiert und zum Nachdenken angeregt werden. Hier geht es in Richtung Medienkunst, mit der sich auch schon bereits zwölfjährige Teilnehmer beschäftigen. Und dann gibt es natürlich den Bereich der Computer-Animationsfilme, die uns jedes Jahr verzauben. Insgesamt kann man sagen, dass es manchmal die ganz einfachen Ideen sind, die den Benutzer oder Besucher mitreißen und begeistern.

DM: Was sagt ihr Eltern und Pädagogen, die Angst vor einem zu hohen Medienkonsum bei ihren Kindern haben oder neuen Geräten skeptisch gegenüberstehen und den Bildschirm lieber ausgeschaltet sehen?

Auf dem Medienfestival 2014 kann jeder die Meta Morfoß App testen. Foto: Daktylos Media
Auf dem Medienfestival 2014 können alle die Meta Morfoß App testen. Foto: Daktylos Media

KM: Wir empfehlen den Mediengebrauch zuzulassen und ihn zu begleiten, anstatt mit Verboten zu arbeiten . Denn dann enthalten wir unseren Kindern einen Bereich vor, der in unserem gesellschaftlichen Leben wichtig geworden ist. Medien gehören zu unserem Alltag dazu. Deshalb sollte der Umgang mit Medien neben anderen Beschäftigungen im Familienleben seinen Platz finden. Wir empfehlen, Medien gemeinsam „anzuschauen“, sich dafür zu interessieren, was ein Kind spannend findet und mit dem Computer macht. Ich denke, es ist wichtig im Gespräch zu bleiben, sich Dinge erklären zu lassen. Und Zeiten kann man ja festlegen: Es gibt Draußen-Zeiten, Essens- und Schlafenszeiten und eben auch Medienzeiten.

Medienkompetenz statt „digitaler Demenz“

DM: Was meinst du, wie ernst muss man Skeptiker nehmen, die vor der Digitalisierung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen warnen, gar von einer „digitalen Demenz“ sprechen …

KM: Für uns zeichnet sich jährlich beim Deutschen Multimediapreis und in unserer täglichen Arbeit ein anderes Bild. Es ist wichtig hinzuschauen, was Kinder und Jugendliche zu sagen haben und mit Medien machen. Und es ist für uns alle wichtig, medial auf dem Laufenden zu bleiben, um neue Entwicklungen zu verstehen, einordnen zu können und auf Risiken aufmerksam machen zu können. Nicht alle Kinder und Jugendliche werden von ihrem sozialen Umfeld so unterstützt, dass sie kompetent mit Medien umgehen können. Deshalb ist es ganz wichtig, dass Schule, außerschulische Einrichtungen und das Elternhaus offen sind und medienpädagogische Unterstützung erhalten.

SolarKreaturen basteln auf dem MB21-Festival 2012. Foto (c) Philipp Baumgarten
SolarKreaturen basteln auf dem MB21-Festival 2012. Foto (c) Philipp Baumgarten

DM: Warum bekommen deiner Meinung nach in Deutschland diese Stimmen so viel Gewicht in den Medien?

KM: Eigentlich wiederholt sich die Geschichte. Es tauchen immer wieder „neue“ Medien auf und eine damit verbundene Unsicherheit. Das Buch war auch eine Zeit lang in der Gesellschaft nicht gut angesehen. Sich mit neuen Medien auseinanderzusetzen hat etwas mit dem Alter zu tun und ob jemand damit aufwächst oder sich die Kenntnisse später mühsam aneignen muss. Ein Ziel unserer Arbeit ist, die Auseinandersetzung mit Medien zu unterstützen, die Strukturen und Funktionsweise von Medien zu erkennen. Dann kann man auch einschätzen, wo die positiven und negativen Seiten liegen und wie man sie nutzen kann. Medienkompetenz ist gleich Handlungskompetenz.

Das Team des Medienkulturzentrums steht bereit fürs Medienfestival 2014. Foto: Medienkulturzentrum Dresden
Das Team des Medienkulturzentrums steht bereit fürs Medienfestival 2014. Foto: Medienkulturzentrum Dresden

Medienpädagogik – jeden Tag aufs Neue staunen

DM: Was macht dir am meisten Spaß bei deiner Arbeit?

KM: Mich reizt, dass es immer was Neues gibt. Wir treffen ständig auf neue interessante Themen, das ist wundervoll. Es ist jedes Jahr überwältigend, mit welchen Themen Kinder und junge Erwachsenen sich auseinandersetzen. Da hat Pessimismus überhaupt keinen Platz. Man sieht eher, was sie sich für wichtige Gedanken machen und wie ernst sie sich mit bestimmten Themen auseinandersetzen. Das ist die schöne Seite. Die negativen Seiten meiner Arbeit sind, dass man sich ständig weiterbilden, sich ständig in die neuen Techniken reinarbeiten muss, das ist manchmal nervig. Manchmal möchte man einfach mal bei einer Sache verweilen und etwas ausbauen. Dies versuchen wir dann aber teilweise in zusätzlichen Projekten.

DM: Vielen Dank für das Interview. Und ganz viel Spaß und Erfolg beim Medienfestival! Wir sehen uns!

logo MKZD_wybór drugi_drukZur Info:
Das Medienkulturzentrum Dresden ist ein soziokultureller Verein, der seit 1993 medienpädagogisch arbeitet. Die Arbeit gliedert sich in vier Bereiche:
Die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) sind offene Sendekanäle, wo man den Umgang mit der Technik im Bereich Fernsehen und Radio und journalistische Grundlagen erlernen und mit eigenen Beiträgen loslegen kann.
Der sächsische Kita-Bildungsserver ist ein Portal für Fachkräfte aus dem Kitabereich und für Eltern.
Das Projektbüro (Leiterin: Kirsten Mascher) organisiert Großprojekte wie die CrossMedia Tour in Dresden und den Deutschen Multimediapreis mb21. Das Büro ist verantwortlich für alles, was Neue Medien anbelangt. Arbeitsthemen sind beispielsweise der kreative Umgang mit Computerspielen, mobiles Lernen oder der Umgang mit dem Internet.
Das Trickfilmstudio Fantasia ist ein eigener Verein, aber unter dem Dach des Medienkulturzentrums ansässig.
Die Arbeit des Medienkulturzentrums Dresden wird über die Stadt Dresden, die Sächsische Landesmedienanstalt und über verschiedene Stiftungen finanziert. Den Deutschen Multimediapreis mb21 finanziert das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend und die Stadt Dresden. Das Medienkulturzentrum ist Mitglied in verschiedenen Netzwerken: Netzwerk deutscher Medienzentren, Netzwerk für Medienpädagogik in Sachsen und Netzwerk Medienbildung Dresden.

Frankfurter Buchmesse 2014

„Wir wissen nicht, was morgen sein wird. Lasst uns heute feiern!“
Ein paar Splitter von der Frankfurter Buchmesse 2014

Die Entscheidung zur Frankfurter Buchmesse zu fahren fiel damit, dass Daktylos Media auf die Shortlist des diesjährigen Virenschleuder-Preises kam. Hier ein paar meiner Eindrücke, und ein Fazit am Ende gibt es auch!

App-solut unüberschaubare Bücherwelt

So stieg ich also am Donnerstagmorgen in den ICE nach Frankfurt. Ich warf der Telekom freudig fünf Euro fürs WLAN in den magentafarbenen Rachen und arbeitete fünf Stunden lang am Stück. Welch ein Genuss! Denn in der eigenen Wohnung ist der Ablenkungsfaktor sehr hoch, durch Anrufe, Kinder oder das Chaos in der Wohnung, das mich täglich zum (für mich recht aussichtslosen) Kampf herausfordert. Eine halbe Stunde vor meiner Ankunft in Frankfurt wollte ich mir dann mit der Messe-App mein individuelles Programm zusammenstellen. Das Gefühl der gigantischen Informationsmassen, die ich in 30 Minuten unmöglich strukturieren, geschweige denn überschauen konnte, ließ mich die App etwas verzweifelt wieder schließen, denn draußen rollte schon mein Ankunftsbahnsteig herbei. Etwas von diesem Gefühl holte mich dann wieder ein, als ich die Buchmesse mit ihren acht heiligen Hallen betrat, die sich auf einer Fläche von 170.000 m² qm über mehrere Etagen ausdehnen.

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Unterwegs zwischen den heiligen Hallen der Frankfurter Buchmesse. Foto: Daktylos Media
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Ankunft in Halle 3, Kinderbuch-Bereich, Frankfurter Buchmesse. Foto: Daktylos Media

Ich ließ meine Ratio mit der Messe-App in der Ecke sitzen und mich vom Instinkt willig zum Bereich Kinderbuch ziehen. Nach digitalen Angeboten musste ich hier etwas suchen. Ich stieß dann auf ARP, eine portugiesischen Produzenten von Kinderbuch-Apps, die mit Augmented Reality funktionieren. Ich probierte die App mit der Geschichte von der Ameise und der Grille aus. Unter uns darf ich es ja ehrlich sagen: Die digitale Augmentatio brauchen die gedruckten Bücher von ARP aber auch wirklich, deren sprachliche Armut und optische Aufmachung mich an gedruckte Massenware beim Discounter erinnert. Und mehr, als dass beispielsweise auf einer Seite ein netter Ameisenmann aus seinem Bau kommt und mit den Fühlern wackelt, passiert dann mit der App auch nicht. Solche Lücken in der Konzeption und die Frage nach dem Sinn multimedialer Effekthascherei schreckten die Firma Samsung jedoch nicht davon ab, diese kleine Firma aus Portugal zum Partner zu machen und die App auf den neuen Samsung Tablets vorzuinstallieren. So wird Qualität von Content heute entwickelt. … oder auch nicht. Beim Mixtvision Verlag wurde ich aber fündig, was gute, neue Inhalte und den Mut dazu betrifft. Das Buch Die Ton-Angeber in der Übersetzung aus dem Polnischen von Olaf Kühl ist eine echte Buchkunst-Perle. Und Christiane Winter, die die E-Book-Produktion leitet, durfte ich nun nach der ersten Begegnung per Facebook auch persönlich kennenlernen und ihr zur GIGA Maus 2014 gratulieren, mit der der junge, feine Kleinverlag aus München gerade erst auf der Messe für seine Kinderbuch-App Die große Wörterfabrik ausgezeichnet worden ist.

Meta Morfoß App Testing: Die Erste!

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Screenshot der Meta Morfoß App mit dem neuen UI/UX Design

Einige Leute probierten unsere Meta Morfoß App aus, die in ihrem neuen UI/UX Design erstrahlt und jetzt zu rund 50 Prozent fertig ist. Ich bekam viel positives Feedback und wichtige Anmerkungen und erinnere mich freudig an viele neugierig über die App gebeugte, lächelnde Gesichter. Eine Testerin davon war Charlotte, meine achtjährige Nichte. (Ich weiß nicht, wie viele „Groß“-Vorsilben  oder Verwandschaftsgrade ich an die Nichte dranhängen müsste. Diese Buchmesse gab mir nämlich auch die Möglichkeit, meine Burckschen Verwandten in Frankfurt näher kennenzulernen, unsere Linien laufen in einem gemeinsamen Ururgroßvater zusammen.) Charlotte las ihrer Mutter und mir also auf meinem iPad den Text aus der App vor und fand die Schlüsselwörter. Ihre Augen leuchteten und jedes Mal, wenn sie eine Animation auslöste, lachte sie. Weil es schon spät war, schickte ihre Mutter sie nach der vierten Seite ins Bett. „Schaaade“, sagte Charlotte, schaute mir fest in die Augen und sagte: „Die App gefällt mir.“ Dann wandte sie sich an ihre Mutter: „Mama, können wir die App jetzt runterladen?“ Wow! Was wollen wir mehr für Daktylos Media? Unsere Idee der Lesequest für acht- bis zehnjährige Leserinnen und Leser funktioniert! Charlotte vertröstete ich auf den kommenden ersten Advent, für den der Release im AppStore geplant ist.

Verleihung des Virenschleuder-Preises 2014

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Virenschleuder-Preisverleihung 2014: Vorstellung der Crowdfunding-Kampagne von Daktylos Media. Foto: Daktylos Media

Der nächste Tag war Freitag und am Abend sollte also endlich die Virenschleuder-Preisverleihung stattfinden. Bis dahin traf ich noch die Kollegen und Partner vom Eulenspiegel Verlag, welche auch das erste Mal einen Blick auf die App werfen konnten und sich über das Ergebnis freuten. Am riesigen Stand des Arena Verlags wollte ich eigentlich ein paar Bücher für unsere Kinder kaufen. Daraus wurde leider nichts, der Buchverkauf darf nur am Sonntag, dem letzten Messetag, stattfinden. Die Zeit schritt fort und ich schlenderte zum Lesezelt im Innenhof der Frankfurter Buchmesse hinüber, wo die Preisverleihung stattfinden sollte. Die Veranstaltung bereicherte Christiane Frohmann, die letztes Jahr den Preis gewann, mit einer Miniaturausgabe ihres Katersalons. Das Format ist etwas sehr Originelles, etwas zwischen assoziativem Vortrag und diskursiver Performance. Schwierig ist es auch, Christiane Frohmann selbst kurz beschreiben zu wollen, diese nicht mehr junge, aber noch längst nicht alte Frau mit dem durchweg traurigen Blick, die mit unbewegter Miene in einem rosafarbenem Etwas über wunderschönen Beinen in schwarzer Feinstrumpfhose mit dem Publikum ein „Real Live Twittern“ veranstaltet und dabei etwas lehrerinnenhaft wirkt. Gewonnen haben den Virenschleuder-Preis letztlich nicht wir, sondern die Buchhandlung Lessing und Kompanie, die Pinakotheken im Kunstareal München sowie die Schriftstellerin Zoë Beck. Aber wir waren dabei, wir sind auf der Shortlist der Top 10 für die beste Marketingstrategie gewürdigt worden, auf die uns unsere Fans sowie Digital Publishing Competence und Konzeptfreun.de gebracht haben. Darüber sind wir sehr glücklich!

Hotlist der unabhängigen Verlage 2014

Das inhaltlich und atmosphärisch interessantere Event an diesem Abend war dann die Preisverleihung der Hotlist der unabhängigen Verlage, die spätabends im Literaturhaus Frankfurt stattfand. Es moderierte Claudia Cosmo. Was für eine tolle Frau, sie ist genauso charmant wie belesen und es war wirklich ein großes Vergnügen, ihr zuzuhören! Jedes der Bücher, die sie mit einer einzelnen Vorstellung und einem kurzen Interview der Verlegerinnen und Verleger würdigte, weckte meine Neugier und den Wunsch, die auch haptisch sehr ansprechenden Drucksachen in die Hand zu nehmen. Den rundum sympathischen Menschen in dem proppevollen, kleinen Festsaal des Literaturhauses ging langsam die Luft aus, welche zuerst stand und zum Ende hin ganz umkippte. Aber alle hielten sich wacker auf den Beinen und am Weinglas fest. Auch die zahlreichen Anspielungen auf die in Hinsicht auf den kommerziellen Erfolg eher aussichtslose Lage der kleinen Verlage nahm man mit Humor. Witze darüber, dass du das machst, was du für gut und für wert in die Welt gebracht zu werden befindest, egal, „ob sich das rechnet“ oder nicht, gehören zum Selbstverständnis der kleinen Verlage. Endlich wurden die Verlage bekannt gegeben und ich freue mich riesig für Britta Jürgs vom AvivA Verlag, in dem ich während meiner Studienzeit mitarbeiten und Blut fürs Verlegen lecken durfte, die mit ihrem Buch Mädchenhimmel von Lili Grün den Melusine-Huss-Preis gewann.

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Hotlist-Preisverleihung der unabhängigen Verlage 2014. Auf der Bühne präsentiert Claudia Cosmo den Weidle Verlag. Foto: Daktylos Media

Qualität in der Buchproduktion: (k)eine Frage des Geldes

Vielleicht klingt es banal und wurde schon tausend Mal gesagt, aber nach meinem Besuch der Frankfurter Buchmesse dieses Jahr sehe ich klar, dass Qualität im Kulturbereich einfach nicht mit Denken in Zahlen erreicht werden kann – und auch nicht unbedingt über die Abstimmung der Masse, der Crowd. Die Vielfalt des Denkens und der Sichtweisen wird aus den kleinen, besonders schmackhaften Portionen genährt, welche kleine Verlage beisteuern: Hut ab vor allen Machern der Hotlist. Mit Daktylos Media möchte ich mich gern mit auf diese Stufe von Qualität stellen, denn – um mit Claudia Cosmo zu sprechen –: „Wir machen auch in Büchern.“ Mein Fazit für unsere Selbstpositionierung im Kosmos der Publishing-Branche ist, dass wir wirklich Qualität machen, die sich sehen lassen kann. Unsere Lesequest hat weltweit kein vergleichbares Produkt, jedenfalls habe ich bisher keine Konkurrenten gesehen. Was unseren Verdienst angeht, so fand ich auf der Buchmesse keine beruhigende Antwort … aber auch keine beunruhigende. Uns als Publisher Start-up geht es ja nicht allein so, dass unsere geschäftliche Zukunft in den Sternen steht. Mit uns versuchen auch die großen Verlage etwas durchs Fernrohr der Statistiken und Prognosen zu erkennen, in dem riesigen Raum namens „Zukunft“ da draußen. Das Objektiv scheint aber mit einem Deckel verschlossen zu sein, auf dessen Innenseite die immer wieder gepredigten Sätze geschrieben stehen: „Das gedruckte Buch wird verschwinden, aber auch nicht. Die Leute lesen nicht mehr nicht, sie lesen nur anders. Ändert die Form, aber macht gute Inhalte.” Ich nehme mir das Bild und die Atmosphäre der Hotlist-Preisverleihung mit, die ich in dem Aufruf kondensiere: „Leute, wir wissen nicht, was morgen sein wird. Aber das, was wir heute machen und können, das ist so gut und macht so viel Spaß. Lasst uns feiern!”

(Editiert 16.10.2014)

Gründerfrühstück Dresden

Am Freitag, 26. September 2014, werden wir uns mit anderen Dresdner Start-ups austauschen und einfach gemeinsam den Morgen genießen: beim Gründerfrühstück in Dresden. Vielleicht werden wir ja den einen oder die andere von euch dort treffen? Wir freuen uns drauf! Sitzen werden wir vielleicht auf den tollen Pappmöbeln des Dresdner Start-ups Nordwerk recyclingDESIGN, welches das Frühstück diesmal in seinen Räumen beherbergt.

Nick bereitet sich jedenfalls schon mal auf die Präsentation vor:

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#MetaCrowd: Mädchen mit phantastischen Möglichkeiten

Eine unserer treuesten und begeistertsten Fans ist Gesine Reinicke aka @textgruen. Für unsere #MetaCrowd-Aktion hat sie, die in Westberlin aufgewachsen ist und die deutsche Teilung hautnah miterlebt hat, nun diese – wie sie uns schrieb – „wahlverwandte Annäherung“ an Meta Morfoß und deren Hacks-Geschwister unternommen.

Meta hätte ich gerne viel früher gekannt

Peter Hacks war mir schon als Kind ein Begriff, doch Meta Morfoß kannte ich – leider – nicht. Bis ich über Twitter das faszinierende Lesequest-App-Projekt von Daktylos Media entdeckte und zur #MetaCrowd gestoßen bin.
Hacks begegnete mir unvergesslich schon zu Beginn meiner Karriere als Leserin. Eine wilde Geschichte, eine ziemlich böse „Parafabel“, zwischen dunkelgrünen Deckeln eines besonderen Bilderbuchs: Der Bär auf dem Försterball, illustriert mit den klaren, kindgerechten, zum Cartoon hin tendierenden Bildern, die Walter Schmögner für die (West)-Bilderbuchausgabe schuf. Sie gehören für mich fast untrennbar zur Geschichte – darum freut mich die Neuauflage des Buches im Eulenspiegel-Verlag besonders.

Ich bin fast sicher, dass es mein Vater war, der damals das Bilderbuch für uns Kinder kurz nach dem Erscheinen im Middelhauve Verlag 1972 erworben hat. Denn ich bin ganz sicher, dass er mit dem Namen Peter Hacks vertraut war. Die geteilte deutsche Literatur interessierte ihn. Und Hacks war in mehreren Hinsichten ein Grenzgänger wie mein Vater. Beide hatten sie mit einem Schritt über die innerdeutsche Grenze eine Lebensentscheidung getroffen – Hacks 1955, mein Vater 1956, allerdings aus unterschiedlichen Gründen in jeweils umgekehrter Richtung.

„Wozu die Flinten?“ rief der junge Förster. „Wir wollen dich doch schießen“, antworteten sie, „du bist doch der Bär.“ – „Ihr versteht überhaupt nichts von Bären“, sagte der Bär. Illustration des Bilderbuchs Peter Hacks: Der Bär auf dem Försterball. Middelhauve 1972
„Wozu die Flinten?“ rief der junge Förster. „Wir wollen dich doch schießen“, antworteten sie, „du bist doch der Bär.“ – „Ihr versteht überhaupt nichts von Bären“, sagte der Bär.
Illustration des Bilderbuchs Peter Hacks: Der Bär auf dem Försterball. Middelhauve 1972.
Neu aufgelegt vom Eulenspiegel Verlag 2004.

Kindliche Wahrnehmung von Benimmregeln im geteilten Deutschland – Vorbereitung auf Leseabenteuer

Die 1970er als Inselkind in Berlin verbracht, das bedeutete für mich bei Familienreisen zu Vaters Verwandten jenseits der Mauer stets besonders bewusstes Erleben von Grenzgängen, Passagen zwischen Selbst- und Fremd-Kontrollroutinen vor einem emotional beunruhigenden Hintergrund von Halbverstandenem und Unausprechlichem beim Übergang von einem System in ein anderes. Während der oft üppigen Wartezeiten wuchs die Spannung im Auto, deutlich spürbar die Angst der Eltern, etwas falsch zu machen. Regeln und Rituale voller Rätsel und unausgesprochener Zusammenhänge. Zu ahnen in verbalen und nonverbalen Windungen der Erwachsenen gegenüber den Uniformierten und ebenso jener Uniformierten im Umgang mit uns, den korrekt zu Kontrollierenden. Ich lernte, indem ich beobachtete und versuchte, die Masken zu lesen. Bis heute fällt es mir schwer zu benennen, was genau ich lernte …

Warum fang ich davon an? Weil ich glaube, dass mich leibhaftiges Erleben geprägt, früh meine „Antennen“ für Nuancen, Unter- und Zwischentöne von Kommunikation geschärft hat. Ich stürzte mich früh in Sprach- und Leseabenteuer aller Art, entdeckte fasziniert, wie immer neue Welten, Ideen und Werkzeuge zum Denken sich lesend erschließen – und dass das „Wie“ eines Textes entscheidenden Einfluß hat auf die Plausibilität und das Faszinationspotenzial des „Was“, dass im besten Falle die Textgestalt und die Inhalte einander bedingen. Ich lernte Gesten, Mienen, Sprachäußerungen und literarische Bildwelten immer auch als Platzhalter, Masken und Metaphern des Eigentlichen zu begreifen, abzuklopfen auf ihren möglichen Hintersinn, und Irritationen, „Störungen“ und „schräge“ Töne zu goutieren – als Saat konstruktiven Zweifelns.

Abfertigung der Tansitreisenden und der in die Südbezirke der DDR reisenden Westberliner Bürger am Grenzübergang Drewitz-Dreilinden. Foto: Bundesarchiv Bild 183-L0331-0007
Abfertigung der Tansitreisenden und der in die Südbezirke der DDR reisenden Westberliner Bürger am Grenzübergang Drewitz-Dreilinden.
Foto: Bundesarchiv Bild 183-L0331-0007

Solch wertvolles Saatgut sammle ich heute noch – beispielsweise mit den Worten über den Himmel, die Peter Hacks seiner Meta in den Mund legt, als diese sich nach dem Vorwurf des Lehrers, sie sei albern gewesen, mitten im Unterricht in Albert Einstein verwandelt:

Meine hochverehrten Damen und Herren. Alle Sterne drehen sich um аllе Sterne. Es gibt große und kleine Sterne, helle und dunkle, wichtigere und weniger wichtige, aber es ist keiner unter ihnen, auf den es nicht ankommt. Jeder Stern hat ein bisschen Recht. Und was wir Menschen von den Sternen lernen können, ist, wie nett sie, obgleich jeder ein bisschen Recht hat, sich am Ende miteinander geeinigt haben. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Leben und Lesen gehören für mich untrennbar zusammen: Reflexion über Intentionen und Gestaltungselemente von Kommunikationsakten sensibilisiert für differenzierte Text-Analyse und -Gestaltung ebenso wie für kritische Welt- und Selbst-Befragung.

Hacks’ Tücke des Subjekts – Authentische, kreative Selbstentfaltung jenseits von Systemfragen

Hacks’ Förster repräsentierten für mich eine „uniformierte Ordnungsmacht“, die mich als Kind um den Bären bis zuletzt fürchten ließ. Denn obwohl der Bär den Förstern überlegen scheint – unklar ist, ob er sich selbst treu bleiben kann, als die Gruppe ihn zum ‘Bestimmer’ macht. Hacks’ Parabel über die Problematik von Gruppendynamiken, die Hierarchiedenken unterliegen, half mir, Zweifel als Werkzeuge zu erkennen. Der übermütige Bär provozierte Nachdenklichkeit.

Die Handlung rund um Meta Morfoß aber ermutigt (sie und die Lesenden) dazu, sich nicht durch Selbstzweifel vom Ausloten der eigenen Möglichkeiten abhalten zu lassen. Dazu trägt eine im Vergleich zu den Förstern deutlich verständigere Ordnungsmacht bei, „der Müllmann, Herr Karsunke“. Im Gespräch der Erwachsenen über Meta und ihre Verwandlungen meint er, er habe nichts gegen Krokodile und Engel:

„Ich verlange nur eins: dass sie sich endlich entscheidet, wer sie sein will, damit man sich daran gewöhnen kann.“
„Wir haben uns auch so daran gewöhnt“, sagte Herr Morfoß.
„Es ist doch ganz klar, wer sie ist“, sagte Frau Morfoß. „Sie ist doch die Meta.“

Sollte sich Meta Morfoß irgendwann einmal in einen Bären verwandeln, der sich als Förster verkleidet, vielleicht fände ein ganz neuer, anderer Försterball statt?

Phantasievolle Zeitreisen

Heutigen Kindern jedenfalls wünsche ich nachhaltige Begegnungen mit Meta und gern (vielleicht etwas später…) auch mit dem „Bär auf dem Försterball“: Hacks’ kindgerecht gewitzte Literatur verführt neugierige und neugierig gebliebene Entdecker*innen dank klarer Sprache, die bildkräftige Phantasie aus tiefen Gedankenquellen sprudeln lässt.

Die Jüngeren, die in diesem vereinten, aber nicht durchweg einigen Deutschland aufwachsen, könnten im Austausch mit den Älteren neue Details entdecken und umgekehrt. Meta-nautische Expeditionsteams könnten Perspektiven vergleichen und bereden, gar gemeinsam auf „Zeitreise“ gehen – um sich selbst und einander neu und klarer zu sehen und verstehen.

Gesine Reinicke https://twitter.com/textgruen
Gesine Reinicke @textgruen

(Mit ganz herzlichem Dank an Anna Burck für die Würze in der Kürze!)

Daktylos Media und ihre Lesequest bei Emilia und die Detektive

DaktylosMedia
Emilia und die Detektive: Lovely People & 5 Questions – Daktylos Media und ihre Lesequest
Daktylos Media trifft auf Emilia und die Detektive: Wir haben mit Meta an der Hand Emilias fünf berühmte Fragen beantwortet – viel Spaß beim Lesen!

Die DIY-Bloggerin schreibt über uns: “Da ich selber ein Freund von elektronischen Geräten bin und meine Kinder damit aufwachsen, was ich auch bewusst, aber begrenzt zulasse, war ich von Daktylos Media’s Idee sehr angetan, dass man ein Buch/eine Geschichte auf dem iPad spielerisch und aktiv lesen kann”.

Lesequests und Elternpaare als Gründer – Interview mit Anna und Nick von Daktylos Media (Blog Essential Unfairness)

Ich habe mich in den letzten Tagen ein paar Mal mit Anna von Daktylos Media unterhalten. Anna hat zusammen mit ihrem Mann vor kurzem einen Verlag für Kinderbuch-Apps gegründet. Aktuell haben die beiden eine Crowdfunding-Kampagne für ihr erstes Projekt bei Startnext.

Du hast letztes Jahr zusammen mit Deinem Mann Daktylos Media gegründet. Ich lese immer häufiger von Start-Ups im Familienbereich, wo sich die Eltern zusammen selbstständig machen. Um ehrlich zu sein beneide ich das ein wenig. :-) Wie ist es bei Euch zu diesem Entschluss gekommen?

Bis 2011 haben wir in Moskau gelebt. Dort habe ich die Internetredaktion für das Russland-Portal des Goethe-Instituts geleitet. Nick war Leiter des Projektmanagements in einem bekannten Architekturbüro. Die Idee, ein gemeinsames Projekt für Kinder und Familien aufzuziehen, lockte uns schon lange. Als dann unser drittes Kind unterwegs war, beschlossen wir die nächsten Jahre in Deutschland zu leben. Nick wollte gern etwas Neues, Eigenes machen, aber als selbständiger Berater für Immobilienentwicklung einzusteigen, war schwierig. Ich arbeite seit dem Umzug freiberuflich als Projektkoordinatorin, Übersetzerin und Autorin, war aber auf der Suche nach einer eigenen Idee, einem eigenen Projekt. Während meines Studiums hatte ich in Verlagen mitgearbeitet, was mir unheimlich viel Spaß machte, aber mit unserer Familiensituation sah ich da beruflich keine Chance. Nach einem Coaching im letzten Sommer kristallisierte sich dann die Idee heraus, interaktive Kinderbücher für mobile Geräte zu machen. Nick war begeistert von der Idee, einen solchen Verlag zu gründen, und stieg sofort mit ein.

Und wie klappt das Modell “Parentrepeneur” in der Praxis? Bin ich zu recht neidisch?

Zurzeit haben wir keinerlei Freizeit, auch an den Wochenenden arbeitet immer einer von uns, so gut sich das eben mit der Familie vereinbaren lässt. Aber wir machen etwas, was uns begeistert. Unsere Kinder spüren das und haben wirklich viel Verständnis. Wir arbeiten als Partner zusammen, täglich erkennen und erleben wir die Stärken des anderen und ergänzen uns wunderbar. Wir haben jeden Tag Sex, sobald die Kinder weg sind. Private Zeit zu zweit haben wir in dieser heißen Phase – der Finanzierungsphase unserer Crowdfunding-Kampagne für unsere erste App – so gut wie nicht. Wir meistern alles mit dem berühmten Eltern-Mantra: „Es ist alles nur eine Phase!“ Und mit ein bisschen Hilfe des Universums werden unsere Kinder nicht krank und läuft es bei dem Großen in der Schule einigermaßen von allein. Es ist noch nicht klar, wann wir Geldsäcke stapeln werden. Neidisch sein? Es kommt darauf an, wie man seine Prioritäten setzt.

Euer aktuelles Projekt ist eine interaktive App für Tablets, die sich an Kinder ab acht Jahren richtet. Meine Mädels sind allesamt schon ziemlich iPad-affin – sie bevorzugen jedoch meist kleine Anzieh- oder Malspiele. Was bietet “Meta Morfoß”, um Kinder in den Bann zu ziehen?

Meta prototypscreen

Die App macht spielerisch aufs Lesen neugierig. Wir haben ein besonderes Format entwickelt, die „Lesequest“. Man liest den Text und findet darin Schlüsselwörter. Wenn man diese antippt, werden die Illustrationen animiert und es passiert etwas im Bild. So kommt man in der Geschichte weiter. Die gesuchten Wörter kann man sich im Menü auch anzeigen lassen. Der Prototyp ist fertig und wir sehen, dass Kinder auf die farbenfrohen, ungewöhnlichen Zeichnungen unserer App anspringen. Unsere Kinder lieben die wunderbaren Erzählungen von Peter Hacks für Kinder. Meta Morfoß ist eine davon. Unser Sohn (10) hat sie verschlungen und über den Prototyp mehrmals wieder gelesen. Unsere erste Tochter – sechsjähriges Vorschulkind – spielt auch oft damit. Sie findet schon die Schlüsselwörter im Text und schaut sich darüber immer wieder gern die animierten Bilder an.

In einem Satz – worum geht es in der App?

In der Geschichte geht es um Meta Morfoß, ein Mädchen, das mit der Fähigkeit auf die Welt gekommen ist, sich in alles Mögliche verwandeln zu können.

An sich geht es darum, für Kinder Lesespaß und Technikfaszination zu verbinden.

Eure App soll eine Lücke im App Store schließen – obwohl es heutzutage ziemlich schwer ist, da noch eine Lücke zu finden. Wie unterscheidet Meta Morfoß sich von anderen Apps für Kinder?

Wenn man sich anschaut, was es bisher in den Stores an Lesestoff für Kinder auf dem Tablet gibt, dann sind das entweder E-Books oder Buch-Apps. E-Books sind technisch gesehen nicht wirklich neue Formate, es sind Bücher mit Beleuchtung, die nicht mehr in der Wohnung herumliegen. Unter den E-Books gibt es inzwischen auch viele schöne mit animierten Illustrationen, aber erstens lenken diese die Kinder, die dann nur noch mit Tippen und Wischen beschäftigt sind, vom Text ab, und zweitens sind diese enhanced Varianten meistens nur für Kinder im Kleinkind- oder Vorschulalter gedacht – für Kinder im Lesealter, so zwischen sechs und zwölf Jahren, gibt es auf Deutsch keine interaktiven Bücher. Was die Buch-Apps angeht, so sind darunter viele, die sich so nennen, aber die sich oft als reine Spiele herausstellen – das Lesen spielt keine Rolle mehr – und deren inhaltliche und gestalterische Qualität in unseren Augen schlecht ist. Spiele auf dem Tablet an sich sind gut, manchmal sind sie die einzige Rettung für die Eltern, wenn man einfach mal eine Verschnaufpause braucht. Aber zwischen dem Spielen und dem Lesen gibt es noch keine echte Brücke. Die schlagen wir mit dem Lesequest-Format, das ist neu und weltweit einmalig. Außerdem ist die App mehrsprachig, man kann in ihr zwischen Deutsch, Englisch und Russisch umschalten.

Ihr habt einige spannende Design-Entscheidungen getroffen, wie zum Beispiel den Verzicht auf gängige “Geschlechterklischees”. Auch der Stil der Illustrationen ist etwas Besonderes. Wie seid Ihr zu diesen “Design Choices” gekommen?

Zum einen spielt die Geschichte ja selbst permanent mit Geschlechterklischees und sozialen Normierungen. Meta ist kein „normales“ Mädchen, sie nimmt jeweils die Identität an, auf die sie gerade Lust hat, egal, ob das nun eine Wollsocke, ein Krokodil, Albert Einstein oder ein Engel ist, und egal, ob sie gerade in der Schule sitzen muss oder draußen spazieren geht. Außerdem gehört zu ihrer Familie noch eine Tante namens Herr Maffrodit (in Anspielung an Ovids berühmte Erzählung über den Hermaphroditen), die einen Schnurrbart hat und gerne strickt. Für so eine Geschichte brauchen wir Bilder, die dieses ironische Spiel mit dem Text widerspiegeln. Blonde Feen in Rosa oder knuffige Piraten passen dazu nicht. Bei der Auswahl des Illustrators war für uns nicht aussschlaggebend, ob er oder sie bereits Erfahrung mit der Illustration für Kindermedien hatte. Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl war die Originalität der Zeichnungen und Farbgebung, ungewöhnlich sollten sie sein – und uns selbst natürlich gefallen. Außerdem wollen wir Kindern etwas Neues anbieten, sie anregen und ihren Geschmack mit entwickeln, was Inhalte und Gestaltung angeht.

Für alle Geeks unter meinen Lesern: Plant Ihr auch andere Plattformen wie Android zukünftig zu nutzen?

Unseren Prototyp haben wir für iOS programmieren lassen. Für Android werden wird eine eigene Version der fertigen App programmieren lassen. Die Meta Morfoß App wird man also im AppStore, bei Google Play und bei Amazon kaufen können.

Damit die App aber überhaupt realisiert werden kann, brauchen wir jetzt die Unterstützung der Crowd, also wirklich jeden! Wir haben noch 26 Tage Zeit. Jede noch so kleine Summe, die jetzt gespendet wird, hilft dabei, unser weltweit einzigartiges Projekt realisieren zu können.

Danke für das Gespräch, Anna!

Und hier der Link zur Kampagne: http://www.startnext.de/meta-morfoss-app

Interview: Stefan Epler

Zuerst erschienen am 26. März 2014 im Blog Essential Unfairness

„Kinder? Ich kenne gar keine.“ Ein Gespräch über Peter Hacks als Kinderbuchautor

Unsere erste Buch-App bringt Peter Hacks’ Erzählung Meta Morfoß auf iPads und Android Tablets. Im Interview mit Dakytlos Media erzählt Verleger Dr. Matthias Oehme über Peter Hacks und dessen wunderbare Texte für Kinder.

Peter Hacks, 1976. Foto: Bundesarchiv
Peter Hacks, 1976. Foto: Bundesarchiv

Daktylos Media (DM): Wo und wie haben Sie Peter Hacks kennengelernt?

Matthias Oehme (MO): Den Dichter kenne ich schon lange, persönlich habe ich ihn aber erst spät kennengelernt. Das geschah in einer Zeit, in der ich den Eulenspiegel Verlag übernommen hatte, also etwa 1994, und Hacks als Autor zu gewinnen versuchte. Und obwohl sich das nicht gleich machen ließ, war er sehr freundlich, aufgeschlossen und überaus interessiert, was hier mit dem alten DDR-Verlag passiert. Ich hatte den Eindruck, dass unsere Begegnungen und Gespräche, teils im Verlag, teils bei ihm in der Schönhauser Allee oder draußen auf seinem Landsitz, von Sympathie und Einverständnis geprägt waren. Er wollte schon gern bei uns publizieren.

DM: Was ist Ihnen von Hacks besonders in Erinnerung geblieben?

MO: Auch wenn es nur ein Aspekt ist, so sollte man den doch nicht unterschätzen: Ich hatte den Eindruck, dass er ungemein neugierig war; er ließ sich gern über alle Sachverhalte und Personen Neues berichten, seien es die Umstände des Verlagsgeschäfts, politische Entwicklungen oder eben literarischer Tratsch; nur Neues sollte es eben sein. Alles andere langweilte ihn schnell. Und natürlich hatte er zu allem ein Urteil; ich nenne es nicht Meinung, denn meist war das gegründeter als eine bloße Meinung.

T. liest Geschichten von Henriette und Onkel Titus, zweite Auflage des Kinderbuchverlags 1982 (c) Daktylos Media
T. liest Geschichten von Henriette und Onkel Titus, zweite Auflage des Kinderbuchverlags 1982 (c) Daktylos Media

DM: Hacks, der selber keine Kinder hatte, hat wunderbare Kinderliteratur geschrieben. Was macht aus Ihrer Sicht diese Texte so zeitlos und so stark?

MO: Ja, sie sind nicht kindertümelnd, nicht didaktisch, tief von einsehbarer Logik und spaßhafter Vernunft geprägt, was Kindern sehr gefällt, es handelt sich um kräftige, phantasievolle Fabeln, um sprachlich klare und originelle, dabei hochpoetische Texte, und es sprechen sich jeweils herausragend selbstbewusste Haltungen und ein frohgemuter Handlungswillen aus. Das ist Literatur nicht nur für Krisen oder Phasen des Niedergangs, das ist haltbar. „Ein Ding von Schönheit ist ein Glück auf immer.“

DM: Wissen Sie, welche Bedeutung das Schreiben von Texten für Kinder für Hacks persönlich hatte, welchen Raum es in seinem Leben einnahm, was er damit verband?

MO: Er selbst hat ja darüber in seinem Aufsatz „Was ist ein Drama, was ist ein Kind?“geschrieben, ich mag nicht besserwisserisch sein. Für Kinder zu schreiben war ihm, glaub ich, literarisch-ästhetisch nicht so sehr wichtig, insofern sind all diese Texte Blumen eher vom Feldrain der Poesie. Die Verfertigung dieser Sachen kam aber seinem Naturell entgegen, will sagen, er hatte offenbar öfter mal überbordende Lust drauf. Das ist so, wie dieser große Dramatiker gelegentlich eben auch Gedichte oder erzählende Texte geschrieben hat. Außerdem hatte er ein hochentwickeltes Genrebewusstsein, so dass ihm klar war, dass bestimmte Gegenstände eben nur in den Sagweisen der Kinderliteratur sich behandeln lassen.

Auf die Frage, wieso er für Kinder schreibt und sie offenbar gut kennt, hat er 1977 dem DDR-Kinderbuchverlag einmal so geantwortet:

Man fragt: Sie haben natürlich Kinder? Ich erwidere, nein. Man fragt: woher kennen Sie sie dann? Ich erwidere: ich kenne gar keine. Hiernach verwundert man sich und fragt: aber Sie scheinen sie doch zu mögen! – Ist das wirklich so schwierig? Ich habe keine Kinder und kenne folglich keine und habe aus diesen beiden Gründen wenig Mühe, mir meine gute Meinung über sie zu erhalten.

DM: Hacks’ Erzählungen wie Meta Morfoß oder Geschichten von Henriette und Onkel Titus entstehen aus dem Spiel mit der Sprache und ihren Bedeutungen, sie erscheinen zuweilen absurd. Kann man sagen, dass es in der DDR-Kinderliteratur auch eine absurde Erzähllinie gab wie beispielsweise im englischsprachigen Raum oder in der jungen Sowjetunion? Oder ist Hacks da eher ein Einzelfall?

MO: Ich vermute, dass die Ähnlichkeiten recht oberflächlich sind. Die Bezeichnungen des Absurden trifft  die Hervorbringungen der Hacksschen Phantasie gar nicht. Hacks ist zwar tatsächlich ein Einzelfall, das denke ich schon auch, aber sein Boden ist definitiv der Realismus; vielleicht macht die Fülle, die Fruchtbarkeit seines Realismusbegriffs ja seine Einzigartigkeit aus. Alles, was uns so sehr phantastisch, gar absurd erscheint, etwa ein Bär, der auf dem Försterball das große Wort führt, sind wirklichkeitsgesättigte und wirklichkeitszugewandte Geschichten mit Witz und Hintersinn, die Kinder durchaus nicht mit den zahllosen sauertöpfischen Produkten von anthropomorphisierenden Halbdidakten verwechseln. Die haben dafür nämlich ein untrügliches Gespür.

Der Bär auf dem Försterball. Illustrationen von Walter Schmögner (c) Eulenspiegel Verlag
Der Bär auf dem Försterball. Illustrationen von Walter Schmögner
(c) Eulenspiegel Verlag

DM: Ein russisches Entwicklerteam, das wir wegen der Programmierung der „Meta Morfoß App“ angefragt hatten, erteilte uns eine Absage: Mit „Hermaphroditen“ wolle man nichts am Hut haben. Wissen Sie, ob Meta Morfoß auch früher schon für Anstoß gesorgt hat?

MO: Naja, ich finde die Episode mit der Absage lustig, aber nicht nur lustig. Bekannt ist mir derlei nicht, obwohl es gegen Hacks von früh an auch immer wieder mal irgendwelche Einwände gegeben hat, auch gegen seine Texte für Kinder. Es sind die Lehrer, die wirklichen und die angemaßten, die oft ihre Schwierigkeiten damit haben. Aber ein so gebildetes Vorurteil ist mir da nicht begegnet; und mehr ist es ja nicht. Ich weiß gar nicht, ob sich daran tatsächlich eine gesellschaftspolitische Debatte entzünden kann. Sie dürfen nicht vergessen, dass ein DDR-Kind ja viel aufgeklärter war als etwa ein westdeutsches. Letztlich auch dank Hacks!

DM: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben!


Matthias Oehme, Geschäftsführer des Eulenspiegel Verlags und Peter Hacks Verleger. Foto: Simone Uthleb (c) Eulenspiegel Verlag
Matthias Oehme, Geschäftsführer des Eulenspiegel Verlags und Peter Hacks Verleger.
Foto: Simone Uthleb
(c) Eulenspiegel Verlag

Dr. Matthias Oehme, geb. 1954, Literaturwissenschaftler und Verleger; Studium der Germanistik in Leipzig, Promotion 1984 mit einer Untersuchung zu Dramaturgie und Dramentheorie beim späten Schiller. Übernahm 1993 zusammen mit Jacqueline Kühne den Verlag Das Neue Berlin und den Eulenspiegel Verlag, beide Verlage wurden durch eine neugegründete Gesellschaft fortgeführt. Ist gelegentlich auch herausgeberisch tätig (Herder, Schiller, Brecht, Hacks).

Crowdfunding für die Meta Morfoß App – Beginn der Startphase!

Startnext-banner

Ab heute läuft unsere Crowdfunding-Kampagne auf Startnext.de. Mit dem Funding wollen wir die Fertigstellung unserer Meta Morfoß App finanzieren.

Jetzt läuft die Startphase der Kampagne. Mit ihr lenkt man die Aufmerksamkeit auf das Projekt und sammelt Fans. Wenn wir 100 Fans für unser Projekt gesammelt haben, kann die Finanzierungsphase beginnen.Und hier ist nun endlich das lang erwartete Pitch Video!
Darin könnt ihr auch sehen, wie unser App-Prototyp funktioniert.

Unterstützt unser Projekt, das die wunderbare Erzählung Meta Morfoß von Peter Hacks in eine einmalige Buch-App für Kinder und Literaturliebhaber bringt!
Es gibt viele gute Gründe dafür. Hier sind einige:

  1. Unsere Meta Morfoß App verbindet gute Literatur – keine Adaption, keine Nacherzählung – mit originellen Illustrationen und gutem Design.
  2. Wir haben die “Lesequest” entwickelt, ein ganz neues App-Format. Die animierten Illustrationen lenken hier nicht wie bei anderen Kinderbuch-Apps vom Text ab, sondern können erst über das Lesen aktiviert werden.
  3. In der App kann man zwischen Deutsch, Russisch und Englisch umschalten. Und als Stretch Goal, also wenn mehr Geld gespendet wird als erwartet, planen wir noch weitere Sprachversionen hinzuzufügen, beispielsweise Spanisch!
  4. Auf Deutsch gibt es bisher keine innovativen Buch-App-Angebote für Kinder im Lesealter wie überhaupt Leseangebote für diese Altersgruppe in den Stores fehlen. Wir bieten eine Buch-App für Kinder ab acht Jahren. Nach oben gibt es keine Altersbegrenzung, auch für Literaturkenner und -liebhaber ist die Meta Morfoß App eine wunderbares Schatzkästlein auf dem Tablet!
  5. Unser originelles Experiment soll den Spaß am Lesen mit dem Spaß an der Technik verbinden.

Nun brauchen wir euch: Geht auf www.startnext.de/meta-morfoss-app und werdet unser Fan! Wir brauchen 100 Fans, damit die Finanzierungsphase starten kann. Fan unseres Projekts zu sein verpflichtet euch nicht zur Spende! Mit einem Facebook oder Google+ Account könnt ihr auch Fan werden ohne euch bei Startnext zu registrieren.

Mit wem wir arbeiten. Teil 1: Der Illustrator

Nachdem wir geklärt hatten, welchen Text wir für die App nehmen wollen, und uns für Meta Morfoß von Peter Hacks entschieden haben, kam die Frage: Wie sollen die Illustrationen dazu aussehen? Eine klare Struktur der App hatten wir noch nicht vor Augen, aber es war natürlich klar, dass dieses Buch Bilder haben sollte. Und wir begannen zu suchen. Die Website illustrators.ru ist eine wunderbare Ressource, hier kann man die Suchparameter einstellen, beispielsweise dafür, dass jemand mit Vektorgrafik arbeiten soll oder eine bestimmte Technik oder einen bestimmten Stil verwendet. Ebenso haben wir andere Portfolio-Ressourcen genutzt – eine gute Adresse ist da auch behance.net.

Nach einem Illustrator für ein Buch zu suchen ist eigentlich so, als ob man einen Anwalt, Babysitter oder Zahnarzt auswählt – man muss Vertrauen haben. Wir fanden ungefähr 10 Illustratorinnen und Illustratoren, die in die Auswahl kamen. Wir überlegten zuerst, eine Ausschreibung zu machen. Aber als wir dann zu zweit am Computer saßen und in den Bildern “blätterten”, trafen wir die Entscheidung sofort, wir lagen auf einer Wellenlänge. Und eigentlich ohne große Erörterungen sagten wir fast einstimmig: Neeee, das ist nicht das Richtige. Oder: Na guuut, lass es uns später noch mal anschauen. So siebten wir immer weiter aus und legten das Ausgesiebte beiseite, bis nur noch einer übrig blieb: Maxim Litvinov aka Кclogg.

(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg
(c) Max Litvinov aka Kclogg

Parallel arbeiteten wir an der Grundidee und -struktur der App. So erschienen auf jeder Seite (auf jedem Screen) die Illustrationen und wurden mit dem Text zu einem interaktiven Mechanismus verbunden.

Wir hatten noch kein Storyboard, wir lasen von neuem Hacks’ Text und schauten uns immer wieder Maxims Portfolio an, es blieb kein Zweifel mehr. Zwischendurch sagten wir uns: “Stell dir vor, wie er den Lehrer Dr. Pauli zeichnen wird!” Oder: “Schau mal, so sollte Meta aussehen!”

Jetzt wissen wir, dass die Illustrationen in der gemeinsamen Arbeit entstehen. Während wir mit Maxim am Prototypen arbeiteten, testeten wir den Zugang zueinander aus – wir suchten nach einer gemeinsamen Sprache, einer gemeinsamen Welle, versuchten zwei Vorstellungen miteinander zu vereinbaren, unsere Idee mit seinen schöpferischen Impulsen.

Dass wir über die Entfernung mit unseren Mitarbeitern arbeiten, also nicht direkt miteinander kommunizieren können, hat seine Vorteile. Wir laden Freiberuflerinnen und Freiberufler ein, die am besten zu unserem Projekt passen.

Meta Morfoss sketch (c) Daktylos Media
Meta Morfoss sketch (c) Daktylos Media

An einigen Figuren haben wir lange gesessen, es hat gedauert, bis Meta oder Herr Maffrodit, die Tante, ihre endgültige Form bekommen haben. Aber der Müllfahrer Karsunke und der Lehrer Dr. Pauli sind an einem Tag entstanden. Da wir einen bestimmten Stil, die 1970er Jahre, in die App bringen wollen, haben wir viel Zeit damit verbracht, die passende Mode für unsere Figuren zu finden.

Vor uns liegt noch viel Arbeit. Bisher haben wir für den Prototyp zwei funktionierende Screens (von zwanzig) erstellt. Also, ran an die Arbeit! Und wünscht uns Erfolg!!

Daktylos Media wird gute Buch-Apps machen

Girls reading Story Book Apps on a tablet (c) Daktylos Media
Girls reading Story Book Apps
on a tablet (c) Daktylos Media

Kinder lieben Bücher und Vorlesen – und sie lesen entgegen verbreiteter Ängste auch selbst! Außerdem sind sie völlig fasziniert von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablet Computern. Wer hat noch nicht erlebt, wie ein Kind mit so einem Gerät für mehrere Stunden in die verführerische Welt der Apps abtauchen kann, wenn es nicht von besorgten Eltern daran gehindert wird. Solche Sorgen sind verständlich, aber sie werden noch geschürt durch warnende Stimmen namhafter Autoren. Wir fragten uns: Wie kann man Lesen und die neuen technologischen Möglichkeiten miteinander so verbinden, dass letztere richtig ausgeschöpft werden, das Kind jedoch durch sie nicht abgelenkt und zerstreut, sondern erst zum eigentlichen Lesen motiviert wird? Unsere Überlegungen scheinen gerade zur rechten Zeit zu kommen, nicht nur uns fällt auf, dass es – nicht nur in Deutschland – an innovativen Buch-Apps fehlt.

So haben wir Daktylos Media gegründet, einen Verlag für die Konzeption und Produktion von interaktiven Kinder- und Jugendbüchern als Apps fürs iPad und Android Tablets. Wir erfinden neue Formate für Buch-Apps: Beginnen werden wir mit dem „Lesequest“ und danach mit der „Abenteuer Geschichte“. Das Lesequest ist eine Mischung aus E-Book und interaktivem Suchspiel. Die Leserin oder der Leser animieren die Illustrationen, indem sie die Schlüsselwörter auf jeder Seite der Erzählung finden und antippen. So lenken die Animationen in unseren Story Book Apps nicht vom Lesen ab, sondern – im Gegenteil – sie motivieren dazu. Unser zweites geplantes App-Format, die „Abenteuer Geschichte“, wird Belletristik und Sachbuch zu Themen aus Geschichte und Kultur der Menschheit miteinander verbinden. In einer Daktylos Media App kann man zwischen drei Sprachversionen umschalten: Deutsch, Englisch und Russisch. Wir wollen weltweit eine der ersten Adressen für den Kauf von hochwertigem App Content für Kinder und Jugendliche sein!

woodleywonderworks@flickr, CC BY 2.0
woodleywonderworks@flickr, CC BY 2.0

Die Stores von Apple und Google bieten keine erweiterten Suchfunktionen für Buch-Apps. Deshalb eröffnen wir dieses Blog. Hier werden wir auf Deutsch und auf Russisch zu Kinderbuch-Apps sowie zu E-Books für Kinder und Jugendliche schreiben. Wer nach gutem und sinnvollem App-Content sucht und mehr über die digitalen Trends in der Kinder- und Jugendliteratur im 21. Jahrhundert wissen möchte, ist hier richtig.

Unser erstes App wird das Meta Morfoß Lesequest sein, eine Erzählung von Peter Hacks über ein kleines Mädchen, das sich ständig in alles Mögliche verwandelt. Die App verbindet diese wunderbare Geschichte mit Illustrationen des russischen Illustrators, Animators und Gamedesigners Max Litvinov (aka  KClogg). Demnächst werden wir hier über unsere geplante Crowdfunding-Kampagne zur Produktion des Meta Morfoß Lesequests berichten.